Ausgabe 22/2026

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Dienstag, 26. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Photosynthese-betreibende Hornhautzellen im menschlichen Auge – das klingt zunächst eher nach Science-Fiction als nach einem therapeutischen Ansatz. Forschende aus Singapur verfolgen jedoch genau diesen Ansatz zur Behandlung des Syndroms des Trockenen Auges. Sie brachten eine aus Spinatpflanzen gewonnene Photosynthese-Maschinerie mittels Augentropfen in Hornhautzellen ein. Unter Nutzung des Umgebungslichts waren die Zellen anschließend in der Lage, das Schutzmolekül Nicotinamidadenindinukleotidphosphat (NADPH) unabhängig von den zelleigenen Synthesewegen zu produzieren.

Beim Syndrom des Trockenen Auges entstehen infolge entzündlicher Prozesse in der Hornhaut vermehrt reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die zellschädigend wirken. NADPH ist ein zentraler Treiber antioxidativer Mechanismen und unterstützt die Bildung von Antioxidanzien, die ROS neutralisieren können. In präklinischen Studien führte die als LEAF (Light-reaction Enriched thylAkoid NADPH-Foundry) bezeichnete Technologie innerhalb von fünf Tagen zu einer nahezu vollständigen Regeneration der Hornhaut und übertraf dabei bestehende Therapieansätze. Sicherheitsuntersuchungen über einen Zeitraum von zwei Monaten ergaben zudem keine Hinweise auf Nebenwirkungen.

Die Behandlung eines Glaukoms zielt darauf ab, den Augeninnendruck mithilfe von Augentropfen, Laserbehandlungen oder operativen Eingriffen zu senken. Operative Glaukombehandlungen haben jedoch ein zentrales Problem: Tenon-Fibroblasten. Diese fördern im Rahmen der Wundheilung unerwünschte Vernarbungsprozesse, die den Erfolg drucksenkender Augenoperationen gefährden und häufig Folgeeingriffe erforderlich machen. Um dem entgegenzuwirken, entwickelt ein Forschungsverbund unter der Leitung der Klinik für Augenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover ein antifibrotisches Glaukomimplantat (Glaukom AF). Dieses soll einen Fibrosehemmer direkt aus dem Implantat kontrolliert in das umliegende Gewebe freisetzen und dadurch das Risiko von Vernarbungen und Erblindung deutlich senken.

Lesen Sie mehr hierzu und zu anderen Themen in unserem heutigen Newsletter. Weitere interessante Artikel finden Sie auf unserem Nachrichtenportal biermann-medizin.de sowie in der aktuellen Ausgabe der OPHTHALMOLOGISCHEN NACHRICHTEN. Dort erfahren Sie unter anderem mehr über neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Rauchens auf das Auge, erste Reaktionen auf den Gesetzentwurf zur Stabilisierung des GKV-Beitragssatzes sowie über das Greifswalder KI-Projekt „Retinal Age“ zur Früherkennung chronischer Erkrankungen und individueller Gesundheitsrisiken. Das Special der Mai-Ausgabe bietet Ihnen zudem aktuelle Fachbeiträge rund um das Thema refraktive Chirurgie.

Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen

   Ihr
   Dieter Kaulard
   und
   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
Trockenes Auge: Photosynthese-Technologie aus Spinat könnte neue Therapie ermöglichen

Trockenes Auge: Photosynthese-Technologie aus Spinat könnte neue Therapie ermöglichen

Ein Forschungsteam aus Singapur hat in Hornhautzellen des Auges einen nanoskaligen Extrakt aus pflanzlichen Thylakoid-Granen eingebracht, der bei Lichteinfall ein wichtiges Schutzmolekül produziert. Das könnte neue Perspektiven zur Behandlung des Trockenen Auges eröffnen.

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Eydenzelt™ – das Aflibercept-Biosimilar von Celltrion

Neu: Eydenzelt™, das Aflibercept-Biosimilar von Celltrion Helathcare, erweitert nun die Therapieoptionen u. a. bei neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) und der Visusbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems (DMÖ). Die Phase-III-Studie bestätigte die äquivalente Wirksamkeit und Sicherheit von Eydenzelt™ im Vergleich zum Originalpräparat.

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Glaukom: Millionenförderung für neuartiges Implantat

Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickeln ein individuell steuerbares Glaukom-Implantat. Es soll das Risiko von Vernarbung und Erblindung deutlich senken.

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Elymbus®: das schonende Glaukom-Gel

Lokale Nebenwirkungen gefährden die Adhärenz und den Erfolg der Therapie von okulärer Hypertonie und Glaukom.1 Mit Elymbus® bietet Théa ein konservierungsmittelfreies Augen-Gel mit 0,01 % Bimatoprost, das mit hoher Verträglichkeit punktet.2,3 Die große Zufriedenheit der Patient:innen aufgrund weniger Irritationen und Trockenheitsgefühl  kann die Therapietreue und den Visuserhalt unterstützen.2,3

Fachinformation 
Quellen:
1 Lee M et al. Expert Opin Emerg Drugs. 2025 Nov 25:1-18.
2 Aktuelle Fachinformation Elymbus®
3 Muñoz-Negrete F et al. J Glaucoma. 2024 Jun 1;33(6):422-430.

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Alzheimer: Neue Mikroskopiertechnologie deckt unbekannte Immunzellen auf

Alzheimer: Neue Mikroskopiertechnologie deckt unbekannte Immunzellen auf

Eine neu entwickelte Mikroskopietechnologie macht mehr als 30 Proteinmarker gleichzeitig im menschlichen Gehirn sichtbar und analysiert deren räumliche Beziehungen. Die Methode findet Anwendung bei der Alzheimer-Erkrankung, aber auch bei Altersbedingter Makuladegeneration (AMD).

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Verlauf der Gesichtsfeldveränderungen bei Glaukompatienten mit verzögerter Nachsorge.
Am J Ophthalmol 13.05.2026

Kartierung des Hornhautepithels nach beschleunigtem Corneal-cross-Linking: Frühe Umbauprozesse.
Int Ophthalmol 14.05.2026

Die präoperative Orbitalnachgiebigkeit als Prädiktor für den Erfolg der Fettdekompression bei Endokriner Orbitopathie.
Ophthalmic Plast Reconstr Surg 08.05.2026

Lesen Sie hier das aktuelle Editorial unseres Fachexperten (medical) Prof. Uwe Pleyer.

 
 

Visuelle Wahrnehmung: Glanzleistung unseres Gehirns

Forschende aus Gießen haben herausgefunden, dass das menschliche visuelle System bei der Einschätzung von Oberflächen auf Einfachheit statt auf physikalische Präzision setzt. Die Ergebnisse der Studie könnten einen neuen Weg zum Verständnis der Logik komplexer biologischer Systeme eröffnen – innerhalb und außerhalb des Sehens.

Lesen Sie hier weiter ...
 

 
 
Neues KI-Modell bildet menschliche Aufmerksamkeit nach

Neues KI-Modell bildet menschliche Aufmerksamkeit nach

Ein internationales Forschungsteam hat ein KI-Modell entwickelt, das zentrale Mechanismen visueller Aufmerksamkeit nachbildet. Die künstliche Intelligenz reproduziert dabei psychologische und neurophysiologische Effekte, ohne dass diese explizit programmiert wurden.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Der Bundesgerichtshof hat die Klage einer blinden Frau gegen eine Rehaklinik wegen verweigerter Aufnahme abgewiesen. Die Richter sahen keinen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.
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Die Neuroradiologin PD Dr. Katerina Deike aus Bonn hat den Röntgenpreis 2026 der Deutschen Röntgengesellschaft erhalten. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Habilitationsschrift „Hirn-Clearance Bildgebung nach intravenöser Injektion gadoliniumhaltiger Kontrastmittel“. Die untersuchten Clearing-Prozesse können auch für die Detektion von Retinoblastom-Markern bedeutsam sein.
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Sollte die geplante Erhöhung der Tabaksteuer durchgesetzt werden, müsste sie mit einer Zweckbindung der Mehreinnahmen für das Gesundheitswesen gekoppelt sein. Das fordert Hendrik Streeck, der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung.
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TERMINE:

Forum Diagnostikum online
3. Juni 2026
online

75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte
5.–6. Juni 2026
Hamburg

Greifswalder ROP-Kurs
5.–6. Juni 2026
Greifswald

OcuNet Camps: Neuroophthalmologie
9. Juni 2026
online

Dardenne OCT-Kurs Webinar
12. Juni 2026
online

 
 

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