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Liebe Leserinnen und Leser,
Photosynthese-betreibende Hornhautzellen im menschlichen Auge – das klingt zunächst eher nach Science-Fiction als nach einem therapeutischen Ansatz. Forschende aus Singapur verfolgen jedoch genau diesen Ansatz zur Behandlung des Syndroms des Trockenen Auges. Sie brachten eine aus Spinatpflanzen gewonnene Photosynthese-Maschinerie mittels Augentropfen in Hornhautzellen ein. Unter Nutzung des Umgebungslichts waren die Zellen anschließend in der Lage, das Schutzmolekül Nicotinamidadenindinukleotidphosphat (NADPH) unabhängig von den zelleigenen Synthesewegen zu produzieren.
Beim Syndrom des Trockenen Auges entstehen infolge entzündlicher Prozesse in der Hornhaut vermehrt reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die zellschädigend wirken. NADPH ist ein zentraler Treiber antioxidativer Mechanismen und unterstützt die Bildung von Antioxidanzien, die ROS neutralisieren können. In präklinischen Studien führte die als LEAF (Light-reaction Enriched thylAkoid NADPH-Foundry) bezeichnete Technologie innerhalb von fünf Tagen zu einer nahezu vollständigen Regeneration der Hornhaut und übertraf dabei bestehende Therapieansätze. Sicherheitsuntersuchungen über einen Zeitraum von zwei Monaten ergaben zudem keine Hinweise auf Nebenwirkungen.
Die Behandlung eines Glaukoms zielt darauf ab, den Augeninnendruck mithilfe von Augentropfen, Laserbehandlungen oder operativen Eingriffen zu senken. Operative Glaukombehandlungen haben jedoch ein zentrales Problem: Tenon-Fibroblasten. Diese fördern im Rahmen der Wundheilung unerwünschte Vernarbungsprozesse, die den Erfolg drucksenkender Augenoperationen gefährden und häufig Folgeeingriffe erforderlich machen. Um dem entgegenzuwirken, entwickelt ein Forschungsverbund unter der Leitung der Klinik für Augenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover ein antifibrotisches Glaukomimplantat (Glaukom AF). Dieses soll einen Fibrosehemmer direkt aus dem Implantat kontrolliert in das umliegende Gewebe freisetzen und dadurch das Risiko von Vernarbungen und Erblindung deutlich senken.
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