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Liebe Leserinnen und Leser,
häufig ist ein erhöhter Augeninnendruck eine zentrale Ursache für ein Glaukom. In der Regel wird die Erkrankung mit drucksenkenden Augentropfen behandelt, um das Fortschreiten des Sehverlustes zu verlangsamen. Eine Kontaktlinse, die den Augeninnendruck kontinuierlich misst, Druckveränderungen mithilfe KI-gestützter Analysen erkennt und bei Bedarf automatisch Medikamente freisetzt, könnte sowohl für Patienten als auch für Augenärzte eine erhebliche Erleichterung darstellen. Eine solche Technologie haben US-amerikanische Forschende nun entwickelt und ihre intelligente Kontaktlinse, die eine KI-gestützte Echtzeitüberwachung des Augeninnendrucks mit einem geschlossenen Regelkreis zur Therapie verbindet, im Fachjournal „Science Translational Medicine“ vorgestellt.
Auch aus der Grundlagenforschung gibt es neue interessante Erkenntnisse: So untersuchten chinesische Forscher die Rolle des cGAS-STING(Stimulator von Interferon-Genen)-Signalweges in einem Mausmodell der Uveitis und fanden heraus, dass cGAS eine funktionelle Bedeutung im entzündlichen Milieu des Auges besitzt. Dabei wurde cGAS als zentraler Vermittler endotoxininduzierter Augenentzündungen identifiziert und als potenzielles therapeutisches Ziel zur Modulation intraokularer Entzündungsprozesse beschrieben.
Forschende aus Nürnberg haben indes erfolgreich einen monoklonalen Antikörper gegen Vasoinhibin entwickelt, der in einem ELISA-Kit zur quantitativen Bestimmung des Biomarkers in humanem Serum eingesetzt werden soll. Hintergrund ist, dass Vasoinhibin die Bildung neuer Blutgefäße hemmt, die vaskuläre Permeabilität reguliert und die Endothelfunktion beeinflusst. Dem Protein wird eine pathogenetische Rolle bei Netzhauterkrankungen wie diabetischer Retinopathie und Makulaödemen zugeschrieben. Um sein diagnostisches Potential auszuschöpfen, planen die Forschenden neben der Entwicklung des ELISA-Kits auch die Einrichtung eines internationalen Referenzlabors zur standardisierten Messung von Vasoinhibin.
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