Ausgabe 27/2026

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Dienstag, 30. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

im heutigen Newsletter haben wir interessante Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zum menschlichen Sehen für Sie zusammengestellt. Gleich zwei aktuelle Studien haben sich mit den Opsinen der Zapfen beschäftigt und erstmals deren molekulare Struktur aufgeklärt. So haben Forschende der Charité in Zusammenarbeit mit der Nanchang University (China) mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie hochaufgelöste zweidimensionale Aufnahmen im Ångström-Bereich der drei menschlichen Farbopsine im aktiven Zustand erstellen können. Anhand dieser Aufnahmen ist es den Wissenschaftlern nicht nur gelungen die detaillierte dreidimensionale Struktur der Opsine zu rekonstruieren, sondern auch zu zeigen, wie drei Opsine auf unterschiedliche Lichtwellenlängen reagieren und so das Farbsehen ermöglichen. Das könnte laut den Forschenden dazu beitragen, Mutationen in den Opsin-Genen, die zu verschiedenen Augenerkrankungen oder Sehstörungen führen, präziser einzuordnen und ihre Auswirkungen besser zu verstehen.

Forschende vom Paul Scherrer Institut aus der Schweiz, von Extreme Light Infrastructure in Tschechien sowie der Universität Tokio in Japan haben hingegen die dreidimensionale molekulare Struktur menschlicher Zapfenopsine im inaktivierten Zustand, also im Dunkeln, beschrieben. Dafür mussten die Arbeiten im Labor unter sehr schwachem rotem Licht durchgeführt werden – bei Wellenlängen, für die Zapfenopsine kaum empfindlich sind. Die Wissenschaftler konnten zudem zeigen, wie die molekulare Architektur der Zapfenopsine eine schnelle Aktivierung durch Licht ermöglicht. Für ihre Untersuchung nutzten die Forschenden ebenfalls die Kryo-Elektronenmikroskopie, kombinierten diese Methode jedoch mit weiteren Verfahren wie ultraschneller Laserspektroskopie, biochemischen und zellulären Tests sowie computergestützten Analysen. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler liefern nicht nur neue Einblicke in das menschliche Sehen, sondern könnten darüber hinaus neue Ansatzpunkte für die Erforschung bislang kaum behandelbarer Augenerkrankungen bieten.

Bleiben wir in der Grundlagenforschung und bei den Photorezeptoren in der Retina: US-amerikanische Forschende beschäftigen sich mit der Identifizierung verschiedener Entwicklungsstadien der Photorezeptorzellen bei Mäusen, um die Netzhautzelltransplantation weiterzuentwickeln. Die Wissenschaftler untersuchen, welche Zellpopulation das größte Potenzial zur Ausbildung funktioneller neuronaler Verbindungen im Auge besitzen könnte und damit die höchste Überlebens- sowie Integrationsraten aufweist. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen wirksamere Behandlungsansätze für Netzhauterkrankungen zu entwickeln.

Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.

Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen

   Ihr
   Dieter Kaulard
   und
   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
Farbopsine: Wie wir Farben sehen

Farbopsine: Wie wir Farben sehen

Eine aktuelle Charité-Studie veröffentlicht im Fachjournal „Science“ beschreibt erstmals Farbseh-Pigmente in Aktion.

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NEU: Eydenzelt™ – das Aflibercept-Biosimilar

Eydenzelt™, das Aflibercept-Biosimilar von Celltrion Healthcare, erweitert die Therapieoptionen u. a. bei neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) und der Visusbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems (DMÖ). Studiendaten bestätigten die Wirksamkeit und Sicherheit von Eydenzelt™ vs. dem Originalpräparat. Damit erweitert der Biosimilar-Experte sein Portfolio erfolgreich um die Ophthalmologie.

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Zapfenopsine: Neue Einblicke in das menschliche Sehen

Forschende unter der Leitung von Polina Isaikina vom Paul Scherrer Institut (PSI) haben die dreidimensionale molekulare Struktur menschlicher Zapfenopsine im Dunkelzustand, vor ihrer Aktivierung durch Licht, bestimmt.

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Netzhautzelltransplantation: Die richtige Zellpopulation als Schlüssel zum Therapieerfolg

Netzhautzelltransplantation: Die richtige Zellpopulation als Schlüssel zum Therapieerfolg

Ein neues Verständnis der Entwicklung von Netzhautzellen könnte laut Forschern der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania, USA, den Weg für künftige Netzhauttransplantationen ebnen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zusammenhang zwischen dem 24-Stunden-Blutdruck und der Progressionsrate der Netzhautnervenfaserschicht beim Glaukom: Die „Vascular Imaging in Glaucoma“-Studie.
Am J Ophthalmol 21.06.2026

Unterschiede in der Ausgangs-Sehschärfe bei altersbedingter MakuladegenerationAREDS-Raucher und Nichtraucher.
BMC Ophthalmol 26.06.2026

Klinisch anwendbares Eye-Tracking bei der Schilddrüsen-assoziierten Ophthalmopathie: Explorative Klassifikationsmodellierung und Blickverteilung auf krankheitsbezogene periokuläre Bilder.
BMC Ophthalmol 22.06.2026

Lesen Sie hier das aktuelle Editorial unseres Fachexperten (surgical) Dr. Detlef Holland.

 
 

Visuelle Wahrnehmung: Wie unser Gehirn zugleich spezialisiert und flexibel ist

Wie schafft es unser Gehirn, Menschen, Objekte und Orte zuverlässig zu erkennen und gleichzeitig flexibel auf neue Situationen zu reagieren? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Studie von Forschenden der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Sie zeigt, dass unser Gehirn gleichzeitig spezialisiert und flexibel ist.

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Verarbeitung von Sehinformationen: Neurone passen Struktur und Funktion ihrer Aufgabe an

Verarbeitung von Sehinformationen: Neurone passen Struktur und Funktion ihrer Aufgabe an

Ein internationales Forschungsteam hat gezeigt, dass sich Neurone im Gehirn bei der Verarbeitung von Sehinformationen auf verschiedene Aufgaben spezialisieren. Im Fokus der Forschung stand das Arbeitsgedächtnis, das Informationen speichert und miteinander verknüpft.

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KURZMELDUNGEN:

Daniel Pleger, Vorstandvorsitzender des Berufsverbandes der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA), wurde in den Vorstand des Spitzenverbandes der Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands kooptiert. Der BVA begrüßt die Wahl ausdrücklich.
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Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor zusätzlichen Belastungen durch das geplante Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze und plädiert dafür, dass Sparparket erst nach der Sommerpause zu beraten.
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Auf der Gesellschafterversammlung der Gematik wurde beschlossen, dass die Telematik-Infrastruktur (TI) weiterentwickelt werden soll. Mit mehr Zentralisierung und einer neuen Plattformarchitektur soll die TI stabiler und zukunftsfähiger werden.
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TERMINE:

Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
3.–4. Juli 2026
Badenweiler

Ocunet – Instrumentenkunde
9. Juli 2026
Online

11th International Symposium on Uveitis 2026
9.–11. Juli 2026
Tübingen

Vereinigung Bayerischer Augenärzte
10. Juli 2026
Veitshöchheim

Freiburger Augenabend
10. Juli 2026
Freiburg

 
 

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