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Mittwoch, 13. November 2025

Liebe Leserin, lieber Leser,

in unserem besonderen Schwerpunkt-Newsletter geht es dieses Mal um die Kopf-Hals-Tumoren.

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

 

Heutiger Schwerpunkt: Kopf-Hals-Tumoren

Aktuelle Forschungsberichte dokumentieren einen dynamischen Wandel in der Behandlung verschiedener Kopf-Hals-Tumorentitäten. So zeichnet sich bei Oropharynxkarzinomen, die auf eine Infektion mit Humanen Papillomviren zurückgehen, ab, dass eine deeskalierte adjuvante Strahlentherapie weniger toxisch ist als die konventionelle Standardbehandlung, ohne die Effektivität signifikant zu kompromittieren.​

Für das lokal fortgeschrittene Nasopharynxkarzinom belegt eine Studie zur oralen adjuvanten Chemotherapie, dass sie über sechs bis zwölf Monate sinnvoll ist, eine längere Therapie verstärkte den Nutzen hingegen nicht.

In der KEYNOTE-689-Studie wurde der perioperative Einsatz des Immuncheckpoint-Inhibitors Pembrolizumab zusätzlich zur Standardbehandlung aus Operation und adjuvanter Strahlen­therapie mit oder ohne gleichzeitige Cisplatin-Gabe untersucht: Die Autoren konnten bei Patienten mit operablem, fortgeschrittenem Kopf-Hals-Karzinom ein signifikant längeres ereignisfreies Überleben nachweisen.

Besonderes Augenmerk verdienen die neuen Leitlinien zur Bestrahlung von Nasopharynxkarzinomen, die eine einheitliche Abgrenzung und Definition der Zielvolumina umfassen. Dabei beinhalten sie einen Konturierungsatlas für die Zielvolumenabgrenzung des ­Primärtumors und des Lymph­abflusses im Halsbereich.

Schließlich bleibt die Entscheidung beim frühen Glottiskarzinom zwischen Strahlentherapie und Mikrochirurgie bei einem ähnlichen Gesamtüberleben eine individuelle Wahl, allerdings mit einem höheren Rezidivrisiko nach dem mikrochirurgischen Eingriff.

 

Neueste Studien zum Thema:

 
 

Squamöses HPV-bedingtes Oropharynxkarzinom: Deeskalierte adjuvante Strahlentherapie oft günstiger als Standardbehandlung

Beim squamösen Oropharynxkarzinom, das durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird, ist eine deeskalierte adjuvante Strahlentherapie (DART) verträglicher als die Standardbehandlung und weniger toxisch. Das zeigt die kürzlich veröffentlichte MC1675-Studie.

Ma D et al. De-escalated adjuvant radiotherapy versus standard adjuvant treatment for human papillomavirus-associated oropharyngeal squamous cell carcinoma (MC1675): a phase 3, open-label, randomised controlled trial. Lancet Oncol 2025;26(9):1227–1239. Mayo Clinic 02.09.2025

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Experten-Interview: TPEx oder CPI bei
CPS 1–19?

Erfahren Sie mehr über die Oxford-Debatte zum Thema „TPEx oder CPI bei CPS 1–19 in der First-line-Therapie des HNSCC?“ zusammengefasst im Experten-Interview von PD Dr. Klinghammer und PD Dr. Ivanyi. Welche Bedeutung hat CPS 1–19 für die klinische Praxis? Welche Therapiesequenzen sind beim R/M-SCCHN relevant? Die Antworten finden Sie im Video-Interview.

Pflichttext | Fachinformation

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Lokal fortgeschrittenes Nasopharynxkarzinom: Orale adjuvante Chemotherapie über sechs bis zwölf Monate reicht

Beim lokal fortgeschrittenen Nasopharynxkarzinom (LA-NPC) stellt die gleichzeitige Radiochemotherapie (CCRT) gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie (AC) das Standard­vorgehen dar. In einer aktuellen Studie untersuchten Hui Cheng vom Sun Yat-sen University Cancer Center in Guangzhou und Kollegen die optimale Dauer der oralen AC.

Cheng H et al. Determining the optimal duration of oral adjuvant chemotherapy in locoregionally advanced nasopharyngeal carcinoma. Br J Cancer 2025;133(1):85–93. doi: 10.1038/s41416-025-03033-1

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Interaktive Kasuistik HNSCC (CPS ≥ 1)

Verfolgen Sie in dem Patientenfall Diagnose, Therapie und Verlauf bei einem realen Patienten mit malignem Tumor im Halsbereich. Klicken Sie sich durch die einzelnen Reiter und beantworten Sie Fragen rund um die Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren.

Fachinformation

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Nasopharynxkarzinome: Behandlungsoptionen im Vergleich

Bei der Behandlung von Patienten mit Hochrisiko-Nasopharynx­karzinomen mit N2–N3 mit simultaner Radiochemotherapie (RCT) sind eine Induktions- oder adjuvante Chemotherapie gleichermaßen wirksam.

Guo SS et al. Induction vs Adjuvant Chemoradiotherapy in Patients With High-Risk N2 to N3 Nasopharyngeal Carcinoma: A Phase 3 Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol 2025;11(8): 864–873.

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Neu: perioperative Option beim LA HNSCC

KEYTRUDA® ergänzt den etablierten Standard beim resezierbaren lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region mit PD-L1 CPS ≥ 1. Die perioperative Gabe von KEYTRUDA® zusätzlich zu Resektion und adj. Radio(chemo)therapie kann Patienten neue Perspektiven eröffnen.

Fachinformation

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Bestrahlung des Nasopharynxkarzinoms: Neue Leitlinien zur einheitlichen Abgrenzung von Zielvolumina

Neue Leitlinien sollen die Bestrahlung und deren Planung bei der Behandlung von Nasopharynx­karzinomen international vereinheitlichen.

Tang LL et al. Primary target volume delineation for radiotherapy in nasopharyngeal carcinoma: CSTRO, CACA, CSCO, HNCIG, ESTRO, and ASTRO guidelines and contouring atlas. Lancet Oncol 2025;26(9):e477–e487.
Tang LL et al. Target volume delineation for radiotherapy in nasopharyngeal carcinoma: CSTRO, CACA, CSCO, HNCIG, ESTRO, and ASTRO guidelines and contouring atlas. Lancet Oncol 2025;26(9):e488–e498.

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Mehr aktuelle Forschung:

Real-World-Ergebnisse von Immuncheckpoint-Inhibitoren bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich: Analyse patientenspezifischer Faktoren, die das Überleben und die Ansprechrate beeinflussen
Cancer Rep (Hoboken) 2025;8(11):e70369

Besteht ein Zusammenhang zwischen der oralen Mikrobiota und dem oralen Plattenepithelkarzinom? Ein Überblick über aktuelle Erkenntnisse
J Oral Microbiol 2025;17(1):2569934

Die Rolle von Interleukin-6, Interleukin-8 und epidermalem Wachstumsfaktor im Speichel für den Erfolg der Strahlentherapie bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren: Eine Literaturübersicht
Cureus 2025;17(10):e94350.

Partikeltherapie in der multimodalen Behandlung lokal fortgeschrittener Malignome der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen – Erfahrungen eines einzelnen Instituts
Adv Radiat Oncol 2025;10(12):101903

 
 

Frühes Glottiskarzinom: Strahlentherapie versus Mikrochirurgie

Die Strahlentherapie (RT) mit kurativer Intention ist die Behandlung der Wahl bei squamösen Glottiskarzinomen im Stadium T1. Wie Erstautorin Hedda Haugen Cange und ihre Kollegen zum Hintergrund ihrer aktuellen Studie schildern, habe jedoch die transorale Mikrochirurgie (MLS) diese Behandlungsmethode allmählich abgelöst.

Haugen Cange H. et al. Radiotherapy or surgical treatment of early glottic carcinoma: A population-based study from the Swedish Head and Neck Cancer Register evaluating primary treatment outcomes for patients with T1a/T1b tumors. Cancer 2025;131(13):e35955.

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Kopf-Hals-Tumore: Besseres Ergebnis mit perioperativem Pembrolizumab

Erhalten Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) zusätzlich zur Standardtherapie neoadjuvant und adjuvant Pembrolizumab, wird das ereignisfreie Überleben (EFS) signifikant verbessert.

Uppaluri R et al. Neoadjuvant and Adjuvant Pembrolizumab in Locally Advanced Head and Neck Cancer. N Engl J Med 2025;393(1):37–50; doi: 10.1056/NEJMoa2415434

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