Nicht alkoholische Fettleber: Selbst milde Form ist mit erhöhter Mortalität assoziiert20. Oktober 2020 Grafik: © Kateryna_Kon/Adobe Stock Forscher des Karolinska Institutet in Schweden und des Massachusetts General Hospital in den USA legen in einer aktuellen Studie dar, dass bei der alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) die Mortalität mit der Schwere der Erkrankung zunimmt, aber selbst schon eine leichte NAFLD mit einer höheren Mortalität verbunden ist. Kleine klinische Studien haben gezeigt, dass bei Patienten mit NAFLD die fortgeschrittene Leberfibrose der wichtigste histologische Prädiktor für die Mortalität ist. Bisher fehlten jedoch Daten auf Bevölkerungsebene in Kohorten mit vorliegenden Ergebnisse einer Leberhistologie. Die Forscher aus Schweden und den USA hatten mithilfe Schwedens umfassender landesweiter Register 10.568 Personen mit biopsiebestätigter NAFLD Kontrollen aus der Allgemeinbevölkerung verglichen. Sie fanden heraus, dass alle Stadien der NAFLD mit einem übermäßigen Mortalitätsrisiko verbunden waren, selbst frühe Stadien der Erkrankung. Dieses Risiko wurde hauptsächlich durch Todesfälle aufgrund einer extra-hepatischen Krebserkrankung und Zirrhose verursacht, während das Risiko für kardiovaskuläre Mortalität oder Mortalität bei hepatozellulärem Karzinom (HCC) relativ gering war. Patienten mit NAFLD besaßen ein um 93 Prozent erhöhtes Gesamtmortalitätsrisiko, doch variierten die Zahlen mit der Schwere der Erkrankung. Das Risiko stieg progressiv von der mildesten Form der NAFLD (einfache Steatose) über die nicht fibrotische Steatohepatitis (NASH) bis zur nicht zirrhotischen Fibrose und zur schweren NAFLD mit Leberzirrhose. „Dies ist die erste landesweite Kohortenstudie mit detaillierten Daten zur Leberhistologie, die bestätigt, dass die NAFLD zu einem erhöhten Risiko im Sinne der Gesamtmortalität beiträgt“, erklärt Erstautorin Tracey G. Simon, Hepatologin am Massachusetts General Hospital. „Diese Ergebnisse sollten dazu eingesetzt werden, gezieltere Interventionen zur Verringerung der Mortalität bei Patienten mit NAFLD zu entwickeln. Wir brauchen Strategien für die öffentliche Gesundheit, die sowohl extra-hepatischen Krebs als auch das Fortschreiten der NAFLD zur Zirrhose in dieser schnell wachsenden Population verhindern.“ Die Studie baut auf der ESPRESSO-Kohorte auf (Epidemiology Strengthened by Histopathology Reports in Sweden). Histopathologische Daten von mehr als zwei Millionen Menschen wurden mit landesweiten schwedischen Registern wie dem Patientenregister, dem Todesursachenregister, dem Register für verschriebene Arzneimittel sowie dem Krebsregister verknüpft. „Durch die Kontaktaufnahme mit allen Pathologieabteilungen in Schweden ist es uns gelungen, eine landesweite Kohorte für gastrointestinale histopathologische Befunde aufzubauen, mit der wir eine Reihe von gastrointestinalen Erkrankungen, einschließlich NAFLD, untersuchen können“, ergänzt Letztautor Jonas F. Ludvigsson, Kinderarzt am Universitätsklinikum Örebro und Professor an der Abteilung für Medizinische Epidemiologie und Biostatistik des Karolinska Institutet. „Die aktuelle Studie zu NAFLD und dem Mortalitätsrisiko ist die 17. in diesem Jahr veröffentlichte Studie, die die ESPRESSO-Kohorte nutzt.“
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