Nicht syndromaler Hörverlust: Prävalenz der TECTA-Mutation9. März 2018 Foto: © ktsdesign – Fotolia.com Japanische HNO-Ärzte haben die Prävalenz der TECTA-Mutation untersucht, eine von vier Mutationen die ursächlich für senosorineuralen Hörverlust im mittleren Frequenzbereich sind. Bislang sind 102 Gene identifiziert, die für den nicht syndromalen Hörverlust verantwortlich gemacht werden; einige dieser Gene sind mit spezifischen Merkmalen im Audiogramm assoziiert. Unter den 4 für den sensorineuralen Hörverlust im mittleren Frequenzbereich (MFSNHL) kausalen Genen wird in der Literatur zumeist von TECTA berichtet, wobei die Prävalenz von TECTA-Mutationen unbekannt ist. Japanische HNO-Ärzte haben nun die Prävalenz dieser Mutation bei MFSNHL sowie die Verbindungen zwischen Genotyp und Phänotyp evaluiert. Dazu wurden Individuen mit beidseitigem nicht syndromalem Hörverlust auf GJB2 und m.1555A > G und m.3243A > G mitochondriale DNA-Mutationen voruntersucht, wobei Patienten mit Fehlbildungen des Innenohrs exkludiert wurden. Die Autoren selektierten Probanden mit MFSNHL, deren Audiogramme das U-förmige Kriterium gemäß der GENDEAF-Studiengruppe oder die flache U-förmige Audiogramme zeigten. Alle TECTA-Exone wurden mittels Sanger-Sequenzierung analysiert. Neuartige Missense-Mutationen wurden als möglicherweise pathogenetisch, nicht pathogenetisch und als Varianten mit unsicherer Signifikanz eingeordnet. Pathogenetische und möglicherweise pathogenetische TECTA-Varianten fanden sich bei 4 (6 %) von 67 Patienten mit MFSNHL. Bei Patienten mit U-förmigem Audiogramm zeigte keiner (0 %) der 21 Probanden eine pathogenetische oder möglicherweise pathogenetische Variante. Zwei neuartige, möglicherweise pathogenetische Varianten sowie zwei zuvor dokumentierte Varianten wurden als Varianten mit ungesicherter Signifikanz bewertet. Die klinischen Merkmale der Patienten mit diesen Varianten erwiesen sich als konsistent zu früheren Studien. Pathogenetische oder möglicherweise pathogenetische Varianten wurden bei 3 von 23 (13 %) Familien identifiziert, bei denen sich die familiäre Historie als mit autosomaler Dominanz kompatibel erwies sowie bei 1 von 44 (2,3 %) Familien, deren familiäre Historie sporadisch oder autosomal rezessiv verlief. Das Fazit der Autoren: TECTA-Mutationen treten bei Patienten mit MFSNHL und flachen U-förmigen Audiogrammen häufiger auf als bei solchen mit U-förmigen Audiogrammen. (am) Quelle: Yamamoto et al. Prevalence of TECTA mutation in patients with mid-frequency sensorineural hearing loss. Orphanet J Rare Dis. 2017 Sep 25;12(1):157.
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