Nichtalkoholische Fettlebererkrankung: Alarmierende Zunahme der Prävalenz14. Dezember 2022 © TANABOON – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist die weltweit häufigste Lebererkrankung und die Hauptursache für leberbedingte Morbidität und Mortalität. Kanadische Forscher schätzten nun im Rahmen einer Metaanalyse zeitliche Trends der globalen Prävalenz und Inzidenz, um die Belastung durch NAFLD vorherzusagen. Dazu durchsuchten sie MEDLINE, EMBASE, Scopus und Web of Science nach Quer- oder Längsschnitt-Beobachtungsstudien mit erwachsenen NAFLD-Patienten, deren Erkrankung mithilfe eines bildgebenden Verfahrens diagnostiziert wurde und bei denen kein übermäßiger Alkoholkonsum und keine virale Hepatitis vorlagen. Die resultierenden Schätzungen wurden unter Verwendung von Populations-, Interventions-, Vergleichs- und Outcome-Parametern unabhängig verifiziert. Endpunkte waren die Prävalenz und Inzidenz der NAFLD. Die Literaturrecherche ergab insgesamt 28.557 Datensätze, von denen 13.577 von den Forschenden gescreent wurden. Schließlich wurden 72 Studien mit 1.030.160 Personen aus 17 Ländern in die Prävalenzanalyse und 16 Artikel mit 381.765 Personen aus 5 Ländern in die Inzidenzanalyse einbezogen. Die globale Gesamtprävalenz der NAFLD wurde dabei auf 32,4% geschätzt. Die Prävalenz stieg im Laufe der Zeit recht deutlich an, von 25,5% im Jahr 2005 oder früher auf 37,8% im Jahr 2016 oder später (p=0,013). Die Gesamtprävalenz der NAFLD war zudem bei Männern deutlich höher als bei Frauen (39,7 vs. 25,6%; p<0,0001). Die Gesamtinzidenz der NAFLD wurde auf 46,9 Fälle/1000 Personenjahre (PJ) geschätzt mit 70,8 Fällen/1000 PJ bei Männern und 29,6 Fällen/1000 PJ bei Frauen (p<0,0001). Die Heterogenität zwischen den Studien war sowohl bei der Prävalenz der NAFLD (I2=99,9%) als auch bei der Inzidenz der NAFLD (I2=99,9%) erheblich. Fazit Die globale Prävalenz der NAFLD ist wesentlich höher als bisher angenommen und nimmt weiterhin mit alarmierender Geschwindigkeit zu. Inzidenz und Prävalenz der NAFLD sind bei Männern deutlich höher als bei Frauen. Eine stärkere Sensibilisierung für die NAFLD und die Entwicklung kosteneffizienter Strategien zur Risikostratifizierung sind dringend erforderlich, um der wachsenden Belastung durch die NAFLD rasch zu begegnen. (je) Autoren: Riazi K et al. Korrespondenz: Abdel-Aziz Shaheen; [email protected] Studie: The prevalence and incidence of NAFLD worldwide: a systematic review and meta-analysis Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2022;7(9):851–861. Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(22)00165-0
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