Niedergelassene Fachärzte bereiten Protestaktionen vor 8. September 2022 Wolfgang Bärtl, Vorsitzender des BFAV-Vorstands. Foto: © BFAV „Unsere Geduld ist am Ende“: Der Bayerische Facharztverband e.V. (BFAV) sieht in der Gesundheitspolitik der vergangenen Monate eine systematische Benachteiligung niedergelassener Fachärzte und kündigt daher „spürbare Protestmaßnahmen“ an. Unter der Führung des amtierenden Gesundheitsministers Prof. Karl Lauterbach habe ein regelrechtes „Bashing“ gegen niedergelassene Ärzte, insbesondere Fachärzte, Fahrt aufgenommen, diagnostiziert der Facharztverband in einer aktuellen Mitteilung. Im Einzelnen nennt der BFAV die Streichung der Neupatientenregelung, „katastrophale Honorarverhandlungen“, steigende Personalkosten und explodierende Inflation ohne Aussicht auf Ausgleich, mangelnde Wertschätzung für Mitarbeiter, die Verweigerung der Politik für eine Preisanpassung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), eine nicht datenschutzkonforme, mangelhaft funktionerende Telematikinfrastruktur und eine überbordende Bürokratie. Diesem „Stakkato von Nackenschlägen“ wollen die BFAV-Vertreter „nicht weiter tatenlos zusehen“. „Mit dieser systematisch entwertenden Geringschätzung unserer Leistungen wird die Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Menschen in unserem Land akut gefährdet“, warnt Dr. Wolfgang Bärtl, Vorsitzender des BFAV. Es werde zu „Einschränkungen der Leistungen und längeren Wartezeiten auf Facharzttermine“ kommen, sollte diese Politik der Benachteiligung ambulanter haus- und fachärztlicher Leistungen in Deutschland fortgesetzt werden. Während Kliniken „großzügige Überbrückungshilfen und Freihalteprämien“ eingeräumt würden, werde den Niedergelassenen sowohl im GKV-Bereich als auch bei den Privatversicherten der „überfällige Inflationsausgleich“ verwehrt. Während Mitarbeiterinnen in Kliniken und Pflege mehrfach Corona-Boni gewährt würden, seien die ärztlichen Mitarbeiterinnen davon „systematisch ausgegrenzt“ worden. „Da alle unsere Einwände und Argumente nichts gefruchtet haben, ist unsere Geduld jetzt am Ende“, kündigt Bärtl „spürbare Protestmaßnahmen an, da wir nicht sehenden Auges die gute ambulante Versorgung unserer Patienten gefährden wollen.“ Die Kollegen bittet er um eine schlagkräftige Unterstützung und Teilnahme an Protestmaßnahmen. Gleichzeitig werden die Patienten um Verständnis für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten gebeten. „Unser Ziel ist Ihre langfristig gesicherte Gesundheitsversorgung“, so der BFAV-Chef. (ms)
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