Niedrig dosierte Steroide verkürzen die Beatmungsdauer und schützen das Herz5. September 2022 Foto: © Toshi – stock.adobe.com Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Behandlung Frühgeborener mit einer niedrigeren Dexamethason-Dosis nicht nur zu einer kürzeren Beatmungsdauer führt, sondern auch positive Auswirkungen auf die Durchblutung der Lungen hat, was sich auf die kardiorespiratorischen Ergebnisse der Kinder auswirkt. Säuglinge, die vor der 28. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren werden, haben eine unterentwickelte Lunge und müssen mechanisch beatmet werden, um sie am Leben zu erhalten. Um die Lungenentwicklung zu beschleunigen und die Entwöhnung von der Beatmungsmaschine zu ermöglichen, erhalten sie routinemäßig systemische Kortikosteroide wie Dexamethason-Natriumphosphat (Dex), das die Entzündung reduziert und die Beatmung unterstützt. In hohen Dosen (5–10 mg pro Kilo über 6 Wochen) kann Dex jedoch zu einer erheblichen Verdickung der Herzwände und zu Entwicklungsproblemen bei Säuglingen führen. Forscher der Abteilung für neonatale kardiovaskuläre Forschung (Monash Newborn) am Monash Children’s Hospital in Melbourne, Australien, untersuchten nun 30 Frühgeborene, die in der 24. SSW geboren wurden und niedrig dosiertes Dex (≤1 mg pro Kilo über 10 Tage) erhielten, um ihre Lungenentwicklung zu fördern. Die Babys wurden am Krankenbett mit einem Echokardiogramm untersucht, um die kardiorespiratorischen Indizes vor und nach der Behandlung mit diesem Steroid zu messen. Das Forschungsteam stellte fest, dass die niedrigere Dex-Dosis zu einem geringeren Bedarf an Atemunterstützung und nicht zu einer linksventrikulären Hypertrophie führte. Darüber hinaus stellten sie eine signifikante Verringerung des Widerstands und des Drucks in den Lungen der Säuglinge fest, was eine bessere Blutzirkulation und damit eine bessere Sauerstoffversorgung ermöglicht. “Diese Studie ist aus der klinischen Erfahrung heraus entstanden. Wir wussten, dass die niedrigere Dosierung aus Sicht der Atmung funktioniert, aber neu war die Erkenntnis, dass sie die Lungendurchblutung verbessert und das Herz nicht beeinträchtigt. Eltern von Frühgeborenen leiden verständlicherweise unter großen Ängsten, die noch dadurch verstärkt werden, dass sie sich im Internet über die Nebenwirkungen der höheren Dexamethasondosis informieren können. Diese Studie wird ihnen und den Ärzten die Gewissheit geben, dass die niedrigere Dosis gut auf die Lunge wirkt und die Herzarchitektur nicht beeinträchtigt”, sagte Studienleiter Prof. Arvind Sehgal. Es seien allerdings weitere Untersuchungen erforderlich, um zu verstehen, ob nach der Entlassung Auswirkungen auf das Herz auftreten, erklärte Sehgal abschließend.
Mehr erfahren zu: "Universitätsklinikum Würzburg übernimmt die genetische Referenzdiagnostik kindlicher Leukämien" Universitätsklinikum Würzburg übernimmt die genetische Referenzdiagnostik kindlicher Leukämien Für die Behandlung der Akuten lymphatischen Leukämie (ALL) ist entscheidend, die Erkrankung möglichst präzise zu klassifizieren. Hierbei hilft die genetische Referenzdiagnostik, die ab sofort am Institut für Klinische Genetik und […]
Mehr erfahren zu: "Bei Babys von Müttern mit Endometriose ist das Risiko für angeborene Anomalien höher" Bei Babys von Müttern mit Endometriose ist das Risiko für angeborene Anomalien höher Laut einer neuen Studie im „Canadian Medical Association Journal“ besteht für Babys von Frauen mit Endometriose ein geringes, aber signifikant erhöhtes Risiko für angeborene Anomalien.
Mehr erfahren zu: "Neuer Ansatz zur Behandlung von Rückenmarkverletzungen" Neuer Ansatz zur Behandlung von Rückenmarkverletzungen Ein neuer Ansatz führt im Mausmodell dazu, dass sich neue neuronale Verknüpfungen im verletzten Rückenmark bilden, die die verloren gegangene Funktion teilweise wiederherstellen. Bis zu möglichen Therapien für Menschen sind […]