Nierenblutungen: Forscher entwickeln Hämostase-Schwamm zur Behandlung

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Forscher der Pohang University of Science and Technology und der Haany University, Südkorea, haben ein Material entwickelt, das Nierenblutungen schnell stillen und die Wundheilung erleichtern soll.

Nierentumore können bei frühzeitiger Erkennung durch eine partielle Nephrektomie entfernt werden. Allerdings stellen chirurgische Komplikationen wie übermäßige Blutungen, Infektionen und Gewebeschäden ein erhebliches Risiko dar. Patienten, die sich solchen Eingriffen unterziehen, neigen zu chronischen Beschwerden wie eingeschränkter Nierenfunktion und Bluthochdruck, was sowohl die Behandlung als auch den Genesungsprozess erschwert.

In diesem Forschungsprojekt verwendete das Team eine aus Nieren gewonnene dezellularisierte extrazelluläre Matrix (dECM), um eine hämostatische Lösung zu entwickeln, die auf Nierenanwendungen zugeschnitten ist. Zunächst untersuchte das Team die Zusammensetzung des aus Nieren gewonnenen dECM, um das Vorhandensein von hämostatischen Elementen in seiner Struktur festzustellen. Anschließend mischten sie das dECM mit einem chemischen Vernetzer und bildeten erfolgreich ein poröses Schwammmaterial, das als „Kryogel“ bezeichnet wird.

Verwendung dezellularisierter extrazellulärer Matrix

Das Gel des Teams wies eine hochporöse Architektur auf und verfügte über eine große Oberfläche, die das Blut effizient absorbierte. Tierstudien ergaben eine signifikante Verringerung von Gewebeschäden und Nekrosen um das bis zu Dreifache vier Wochen nach einer partiellen Nephrektomie, sowohl im Vergleich zu einer Kontrollgruppe als auch zu herkömmlichen Gelatineschwämmen, heißt es in der Studie. Außerdem stellte das Team fest, dass die Konzentration der Vernetzungsmittel im Nierengel entscheidende Eigenschaften wie die biologische Abbaugeschwindigkeit und die Hämokompatibilität beeinflusste.

Professor Dong-Woo Cho von Pohang University of Science and Technology kommentiert: „Diese Studie unterstreicht einmal mehr die klinische Bedeutung von medizinischen Schwammmaterialien auf DECM-Basis.“ Und Professor Jae Yeon Lee von der Daegu Haany University äußert sich optimistisch: „Wir sind begeistert von dem Potenzial, die Zahl der Patienten, die ein Nierenversagen im Endstadium erleiden, erheblich zu verringern.“ Ihre Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Biomaterials“ veröffentlicht.