Nierenerkrankung und APOL1-Gen: Neuartiger Risikoscore könnte Vorhersage des CKD-Risikos verbessern

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Ein internationales Forscherteam hat den neuartigen Risiko-Score APRS entwickelt. Dieser könnte bei Personen mit Nierenkrankheit und Hochrisiko-Genotypen des APOL1-Gens den Verlauf der Krankheit präziser vorhersagen.

Personen, die Hochrisiko-Genotypen des APOL1-Gens (Apolipoprotein L1) aufweisen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Nierenversagen. Das betrifft laut den Wissenschaftlern Menschen „afrikanischer Abstammung“. Dennoch fehle Instrumente, um diejenigen Personen zu identifizieren, bei denen sich voraussichtlich eine chronische Nierenerkrankung (CKD) entwickeln wird.

Neue Erkenntnisse liefert ihre Forschungsarbeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“.

APRS übertrifft bisherige Risikoscores

Das Team um Erstautor Chenyu Li von der University of Pennsylvania (USA) analysierte die Plasmaproteome von 851 Teilnehmern der Penn Medicine BioBank (285 Männer und 566 Frauen) mit APOL1-Hochrisikogenotypen und erhaltener geschätzter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR) (≥60 ml min⁻¹ 1,73 m⁻²). Mithilfe einer um Alter, Geschlecht, eGFR und Albuminurie bereinigten Elastic-Net-Cox-Regression entwickelten die Wissenschaftler einen aus neun Proteinen bestehenden APOL1-Proteomik-Risiko-Score (APRS). Dieser sagt ein kombiniertes Ereignis aus einem eGFR-Abfall um 40 Prozent oder mehr, Nierenversagen oder Tod vorher.

APRS erreichte eine zeitabhängige Fläche unter der ROC-Kurve (tAUC) von 86,5 Prozent. Damit übertraf der Score sowohl die Kidney Failure Risk Equation (66,1 %) als auch polygene Risikoscores, wobei die 10-Jahres-Ereignisraten über die Risikoquintile hinweg bei 62,5 Prozent gegenüber 3,3 Prozent lagen. Eine externe Validierung in den Kohorten „Atherosclerosis Risk in Communities“ und „UK Biobank“ bestätigte eine robuste Genauigkeit (tAUC 82–85 %) sowie eine konsistente Leistungsfähigkeit über demografische und klinische Subgruppen hinweg.

Die Plasmaspiegel der APRS-Komponentenproteine ​​korrelierten mit der Fibrose des Nierengewebes sowie mit Signalwegen der tubulären Schädigung. Das deutet laut den Autoren auf eine hohe biologische Plausibilität hin.

Klinische Umsetzung im Fokus

Indem APRS eine frühzeitige und präzise Vorhersage des Krankheitsverlaufs bei Personen mit hohem APOL1-Risiko ermöglicht, schließt es die Lücke zwischen genetischer Prädisposition und klinischer Umsetzung, so die Autoren.

Daher ihr Fazit im Studien-Abstract: „Dieser skalierbare und biologisch fundierte Ansatz bietet einen Rahmen der Präzisionsmedizin für die Frühintervention und könnte die Entwicklung von Therapien beschleunigen, die auf APOL1 abzielen, um Ungleichheiten bei Nierenerkrankungen zu verringern.“

(ri/BIERMANN)