Nierenerkrankungen: Potenziale der Organoidforschung ermittelt

Hauptgebäude O10 des UKE. Foto: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Hauptgebäude O10 des UKE. Foto: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben in einer Studie die Potenziale der Organoidforschung für die Modellierung und Erforschung von Nierenerkrankungen überprüft.

Die Wissenschaftler konnten unter anderem feststellen, dass nach Gabe von Zytokin TNF alpha – einem Signalstoff des Immunsystems, der an Entzündungsprozessen beteiligt ist – bestimmte Reaktionsprozesse in Nierenorganoiden ausgelöst werden. Dazu gehören beispielsweise eine schnelle Vernarbung des Organoidgewebes, eine deutliche Entzündungsaktivität sowie eine Strukturveränderung bestimmter spezialisierter Nierenzellen, der Podozyten. Diese Reaktionen sind in ähnlicher Form auch in Biopsieproben von Patienten mit proteinurischen Nierenerkrankungen wie beispielsweise Niereninsuffizienz nachweisbar. Die Ergebnisse der internationalen Studie, an der auch Forschende der University of Michigan, USA, und der Aarhus Universität in Dänemark beteiligt waren, haben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht.

„Unsere Studie liefert entscheidende Hinweise für die Relevanz des Nierenorganoid-Modells zur Erforschung menschlicher Nierenerkrankungen. Unsere Erkenntnisse sollen nun auf weitere Erkrankungen der Niere übertragen werden und helfen, die Diagnostik zu verbessern“, sagt der Erstautor der Studie Dr. Moritz Lassé, III. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE.