Nierenfunktion bei Diabetes: GDF-15 und eGFRdiff könnten Identifizierung von Hochrisikopersonen verbessern30. Juli 2025 Foto: © benschonewille/stock.adobe.com Forscher aus Japan haben beobachtet, dass zwei einfache Blutmarker das Fortschreiten von Nierenkrankheiten und die Sterblichkeit bei Menschen mit Diabetes unabhängig voneinander vorhersagen können. „Derzeit reichen die in der klinischen Routine üblichen Werte für die eschätzte glomeruläre Filtrationsrat (eGFR) und Urinalbumin nicht aus, um die Nierenfunktion bei Diabetikern genau vorherzusagen“, berichtet Prof. Tomohito Gohda von der Juntendo-Universität in Japan. „Die Entwicklung neuer Biomarker, die diese bestehenden Marker ergänzen, könnte eine frühere und einfachere Identifizierung von Patienten mit hohem Risiko für das Fortschreiten der Nierenerkrankung und damit für Mortalität ermöglichen“, fügt er hinzu. Um einer Lösung dieses Problems näher zu kommen, analysierte ein Forschungsteam um Gohda Daten von 638 japanischen Erwachsenen mit Diabetes mellitus. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle“ veröffentlicht. CKD und Sterblichkeit im Fokus Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren beobachtet. In diesem Zeitraum kam es bei 11,8 Prozent zu einer signifikanten Verschlechterung der Nierenfunktion und 6,9 Prozent starben aus verschiedenen Gründen. Anhand der Blutproben wurde eGFRdiff berechnet, ein Maß, das die Unterschiede zwischen den auf Cystatin C und Kreatinin basierenden Nierenfunktionswerten widerspiegelt, und der Serumspiegel von des Wachstumsdifferenzierungsfaktors 15 (GDF-15) bestimmt. Die Analyse ergab einen starken Zusammenhang: Patienten mit niedrigeren eGFRdiff-Werten waren einem dramatisch höheren Risiko für das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) ausgesetzt, während bei Patienten mit erhöhten GDF-15-Werten ein höheres Risiko einer erhöhten Sterblichkeit bestand. Insbesondere verringerte jede Erhöhung des eGFRdiff um 10 Einheiten das Risiko einer CKD-Progression um 33 Prozent, während höhere GDF-15-Werte stark mit einem um 235 Prozent erhöhten Sterberisiko verbunden waren. Frühere Risikostratifizierung möglich „eGFRdiff kann zu einer frühen Risikostratifizierung bei diabetischer Nierenerkrankung beitragen und bei der Entwicklung personalisierter Behandlungsstrategien helfen, was möglicherweise zu einer verbesserten Lebensqualität von Menschen mit Diabetes und geringeren Gesundheitskosten führt“, erklärt Gohda. Wichtig sei, so die Forscher, dass diese Forschung gezeigt hat, dass diese beiden Marker [eGFRdiff und GDF-15] ergänzende Erkenntnisse liefern. eGFRdiff, das Muskelmasseverlust und Stoffwechselveränderungen widerspiegeln kann, war stärker mit dem Fortschreiten von Nierenerkrankungen assoziiert. GDF-15 hingegen, ein stressreaktives Zytokin, das mit Entzündungen in Verbindung gebracht wird, sagte das Sterberisiko besser voraus, berichten die Forscher. Dieser Unterschied legt nahe, dass die gemeinsame Verwendung der beiden Marker die Genauigkeit bei der Identifizierung der Patienten mit dem höchsten Risiko schwerer Komplikationen verbessern könnte. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gebrechlichkeit und Sarkopenie, die durch Entzündungen und Stoffwechselstörungen verursacht werden, zum Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung und zur Mortalität bei Personen mit Diabetes mellitus beitragen können“, so Gohda weiter. Die eGFRdiff-Beurteilung könne daher die Identifizierung von Hochrisikopersonen verbessern.
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