Nierenfunktion: Methionin-Einnahme könnte Entzündungsprozesse im Körper hemmen18. Februar 2026 Foto: © crystal-light/stock.adobe.com Laut einer aktuellen Studie des Salk Institute (USA) könnte die Aminosäure Methionin die Nieren dabei unterstützen, Entzündungsprozesse im Körper zu reduzieren. Proinflammatorische Zytokine sind in vielen Fällen letztendlich die Ursache für Krankheit und Tod. Das Immunsystem muss die Entzündung im Gleichgewicht halten, um Eindringlinge zu bekämpfen, ohne gesunde Körperzellen zu schädigen, erklären die US-Forscher. In ihrer Studie wollten Sie die Mechanismen entschlüsseln, die das Immunsystem dafür nutzt. Um zu verstehen, wie der Körper seine Zytokin-Spiegel reguliert, nutzten die Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Katia Troha ein Mausmodell für systemische Entzündungen, die durch den Erreger Yersinia pseudotuberculosis ausgelöst wurden. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ veröffentlicht. Geringere Nahrungsaufnahme im Tiermodell Als Erstes fiel ihnen auf, dass die infizierten Mäuse weniger fraßen – ein Anzeichen für wahrscheinliche Stoffwechselveränderungen, so die Autoren. Um den Ernährungsstatus zu untersuchen, analysierten sie die Konzentrationen zirkulierender Aminosäuren. Das Ergebnis: Infizierte Mäuse wiesen einen niedrigen Methionin-Spiegel auf. Anschließend gaben die Forscher einer neuen Gruppe von Mäusen Methionin-angereichertes Futter. Überraschenderweise waren diese Mäuse vor der Infektion geschützt. Weitere Experimente zeigten, dass Methionin den Spiegel zirkulierender Zytokine senkte, indem es mit den Nieren zusammenarbeitete. Methionin erhöhte die Filtrationskapazität der Nieren, verbesserte die Durchblutung und half dem Körper, entzündungsfördernde Zytokine über den Urin auszuscheiden. Eine wichtige Beobachtung war, dass dieser Methionin-Nieren-Effekt überschüssige Zytokine eliminierte, ohne andere wichtige Aspekte der Immunantwort zu beeinträchtigen. Neugierig, ob Methionin auch bei anderen Erkrankungen wirkt, untersuchten die Forscher zusätzlich Sepsis- und Nierenschädigungsmodelle. Sie stellten fest, dass Methionin auch bei diesen Mäusen eine Schutzwirkung zeigte, was laut den Autoren darauf hindeutet, dass Methionin bei anderen entzündlichen Erkrankungen hilfreich sein könnte. Unterschiedliche Krankheitsverläufe beobachtet Durch die Anreicherung der Nahrung mit Methionin konnten die Wissenschaftler bei infizierten Mäusen völlig unterschiedliche Krankheitsverläufe hervorrufen. Die Aminosäure verbesserte die Nierenfunktion der Tiere und schützte sie vor Auszehrung, Störungen der Blut-Hirn-Schranke und Tod, ohne die Fähigkeit ihres Körpers zur Bekämpfung und Abtötung von Yersinia pseudotuberculosis zu beeinträchtigen. Und die Sepsis- und Nierenschädigungsmodelle zeigen, dass sich diese Effekte auch auf andere Infektionen und entzündliche Erkrankungen erstrecken, was Methionin zu einem potenziell nützlichen Instrument für die Behandlung von Infektionskrankheiten macht, insbesondere bei Nierenerkrankungen oder Nierenversagen oder bei Patienten, die sich einer Dialyse unterziehen. Neuer Mechanismus identifiziert Die Ergebnisse zeigten zusammenfassend, dass die Nahrungsergänzung mit der Aminosäure Methionin infizierte Mäuse vor entzündungsbedingtem Gewichtsverlust, Störungen der Blut-Hirn-Schranke und Tod schützte. Methionin erreichte dies durch die Steigerung der Nierenfiltration und enthüllte damit laut den Autoren eine bisher unterschätzte Rolle der Nieren bei der erfolgreichen Genesung nach einer Infektion. „Die Entdeckung eines nierengesteuerten Mechanismus, der Entzündungen hemmt, sowie die protektive Wirkung einer Methionin-Supplementierung bei Mäusen deuten auf das Potenzial der Ernährung als mechanistisch fundierte medizinische Intervention hin, die die körpereigenen Reaktionen auf krankheitsverursachende Einflüsse lenken und optimieren kann“, resümiert Studienleiterin Janelle S. Ayres. Die Einnahme von Methionin könnte sich als hilfreich bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen erweisen, ebenso wie bei Patienten mit Nierenerkrankungen oder Nierenversagen oder bei Dialysepatienten, so die Forscher. Folgestudien am Menschen notwendig Doch obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, weisen die Forscher darauf hin, dass die Wirksamkeit beim Menschen noch getestet werden muss. Es müssten Folgestudien erfolgen, welche die Wirkungsmechanismen von Methionin, die möglichen oder ergänzenden Effekte anderer Aminosäuren und die Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse auf den Menschen untersuchen. (ri/BIERMANN)
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