Nierenkrankheiten: Bereits geringe Feinstaub-Konzentrationen führen zu mehr Krankenhauseinweisungen

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Eine aktuelle Studie aus Brasilien zeigte einen starken Zusammenhang zwischen der Feinstaub-Konzentration in São Paulo und Nierenerkrankungen wie Nierenversagen und membranöse Nephropathie.

Die in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie ermittelte das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund von drei verschiedenen Nierenerkrankungen auf der Grundlage der Werte dieser Art von Luftverschmutzung im Zeitraum von 2011 bis 2021. Dabei zeigte sich, dass Männer unterschiedlicher Altersgruppen das höchste Risiko für eine Krankenhauseinweisung aufwiesen.

Die Exposition gegenüber selbst geringen Konzentrationen dieses Schadstoffs – unter Berücksichtigung des Grenzwerts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 15 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m³) Feinstaub über einen Zeitraum von 24 Stunden – reicht aus, um bei Männern das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund eines akuten Nierenversagens zu erhöhen, berichten die Forscher um Erstautorin Iara Da Silva. Bei Frauen steigt das Risiko in diesem Fall nicht an.

„Die Exposition der Einwohner São Paulos gegenüber diesem Stoff erreichte 65 μg/m³ – mehr als das Vierfache des laut WHO maximal zulässigen Grenzwerts. Doch selbst Konzentrationen innerhalb des Grenzwerts zeigten einen Zusammenhang mit Krankenhauseinweisungen aufgrund von Nierenerkrankungen“, erklärt da Silva.

Besonders Männer betroffen

Eine langfristige Exposition gegenüber der höchsten im Untersuchungszeitraum festgestellten Feinstaubkonzentration (65 μg/m³) erhöhte das Risiko für chronische Nierenerkrankungen bei Personen im Alter von 19 bis 50 Jahren signifikant. Bei Männern im Alter von 51 bis 75 Jahren war dieses Risiko sogar bis zu 2,5-mal höher.

Eine anhaltende Exposition gegenüber hohen Konzentrationen steigerte bei Männern im Alter von 19 bis 50 Jahren das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund eines akuten Nierenversagens.

Das Risiko für Glomerulopathien war bei Männern unter 40 Jahren erhöht – insbesondere bei jenen, die Konzentrationen im Bereich von 15 μg/m³ (dem von der WHO empfohlenen 24-Stunden-Grenzwert) bis 65 μg/m³ (dem höchsten in der Studie ermittelten Wert) ausgesetzt waren. Dieses Ausmaß der Exposition erhöhte zudem das kumulative Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund einer membranösen Nephropathie, unabhängig von Alter oder Geschlecht.

„Die Hypothese lautet, dass Feinstaub in den Blutkreislauf gelangen und sich im Nierengewebe ablagern kann. Dort wird er vom Immunsystem als Fremdkörper erkannt, woraufhin der Körper eine Reihe entzündlicher Mediatoren sowie Mediatoren der Fibrose und der vorzeitigen Alterung produziert“, erklärt Prof. Maria de Fátima Andrade von der Universität São Paulo.

Erhöhte Nekroptose-Aktivität

In einer früheren Studie [10.1002/path.6302] verglich ihre Gruppe die Reaktion auf eine akute Nierenfunktionseinschränkung bei zwei Gruppen von Mäusen: einer Gruppe, die der Luft aus São Paulo ausgesetzt war, und einer weiteren, die derselben Luft ausgesetzt war, nachdem diese Filter durchlaufen hatte.

„Bei den Tieren beobachteten wir, dass jene, die Feinstaub ausgesetzt waren, einen schwereren Krankheitsverlauf aufwiesen. Es kam zu einer Abnahme der glomerulären Filtration, verstärkten Entzündungen in den Nieren sowie einer erhöhten Aktivität von Nekroptose-Signalwegen. Zudem zeigten die Tiere Marker für Seneszenz und Fibrose. Langfristig besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung zu einer chronischen Nierenerkrankung fortschreitet“, erklärt Andrade.

Studie zu Nierentransplantation geplant

In einer zukünftigen Studie will das brasilianische und niederländische Forscherteam nach eigenen Angaben Transplantationspatienten begleiten und deren gesundheitliche Verläufe in Abhängigkeit von unterschiedlichen Feinstaubbelastungen vergleichen.