Nierenkrankheiten erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei Device-detektiertem Vorhofflimmern13. April 2026 Foto: © Katie Chizhevskaya/stock.adobe.com Im Rahmen einer vorab festgelegten Analyse der NOAH – AFNET 6 Studiendaten wurde untersucht, wie sich bei Patienten mit Device-detektiertem Vorhofflimmern (DDAF) die Nierenfunktion auf den kardiovaskulären Gesundheitszustand auswirkt. Die Ergebnisse wurden von Prof. Andreas Goette vom St. Vincenz-Krankenhaus in Paderborn und Vorstandsmitglied vom Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET), auf dem Jahreskongress der European Heart Rhythm Association (EHRA) in Paris (Frankreich) vorgestellt und in der Fachzeitschrift „EP Europace“ veröffentlicht. Patienten mit DDAF haben ein geringeres Schlaganfallrisiko als Patienten mit per EKG diagnostiziertem Vorhofflimmern (AF) und vergleichbaren Schlaganfall-Risikofaktoren. Eine eingeschränkte Nierenfunktion geht bei Patienten mit Vorhofflimmern mit einer höheren Rate an Schlaganfällen und kardiovaskulären Ereignissen einher, heißt es in der Pressemitteilung des AFNET. Ob eine chronische Nierenkrankheit (CKD) die kardiovaskulären Folgen einer Antikoagulation bei Menschen mit DDAF beeinflusst, sei bisher noch ungeklärt. Erhöhtes Risiko für schwere Blutungen NOAH – AFNET 6 (Non vitamin K antagonist Oral anticoagulants in patients with Atrial High-Rate episodes), eine vom AFNET durchgeführte wissenschafts-initiierte Studie, wurde vorzeitig abgebrochen aufgrund der erwarteten Zunahme von Blutungsereignissen, während der Effekt zur Verhinderung von Schlaganfällen geringer als erwartet war. Die Hauptstudie hatte ergeben, dass Patienten mit DDAF ohne Antikoagulation ein niedriges Schlaganfallrisiko haben. Die orale Antikoagulation senkt das Schlaganfallrisiko geringfügig weiter, erhöht aber auch das Risiko für schwere Blutungen. Die schwache Wirkung der Antikoagulation wurde auch in mehreren Untergruppen festgestellt. Nierenerkrankungen gelten als Indikator für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern. In dieser vorab festgelegten NOAH – AFNET 6 Analyse wurde bei 2534 Patienten mit DDAF in verschiedenen Stadien der CKD eine Antikoagulation mit Edoxaban im Vergleich zu keiner Antikoagulation untersucht. Die Stadien der Nierenerkrankung wurden gemäß den KDIGO-Kriterien (Kidney Disease Improving Global Outcomes) von 2024 definiert. Die primären Studienendpunkte (Schlaganfall, systemische Embolie oder kardiovaskulärer Tod) traten mit zunehmendem Schweregrad der CKD häufiger auf, was vor allem auf höhere Raten an kardiovaskulären Todesfällen und systemischen embolischen Ereignissen zurückzuführen war. Die Gesamtinzidenz von Schlaganfällen war in allen Stadien der CKD gering. Auch die Ereignisse des Sicherheitsendpunktes (schwere Blutungen oder Tod) nahmen mit dem Stadium der Nierenerkrankung zu, wobei schwere Blutungen häufiger auftraten als Todesfälle. Stärkste Prädiktoren identifiziert „Unsere Analyse hat gezeigt, dass bei Patienten mit DDAF und klinischen Risikofaktoren für einen Schlaganfall das Alter und die Nierenfunktion die stärksten Prädiktoren für kardiovaskuläre Ereignisse sind, insbesondere für den kardiovaskulären Tod. Die Ergebnisse belegen zudem, dass Edoxaban in der zugelassenen Dosis seine Wirksamkeit beibehält über das gesamte Spektrum der untersuchten Stadien der Nierenerkrankung hinweg“, berichtet Goette. „Diese explorative Analyse legt nahe, dass die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR), ein gut zugänglicher Blutbiomarker, für eine bessere Einschätzung des thromboembolischen Risikos bei Patienten mit DDAF und eingeschränkter Nierenfunktion im Zusammenhang mit der Vorhofflimmerlast nützlich sein könnte. Zweifellos erfordern die Ergebnisse eine unabhängige, externe Validierung bei aktuellen Patienten mit DDAF“, erklärt Prof. Paulus Kirchhof, Vorstandsvorsitzender des AFNET und wissenschaftlicher Leiter der NOAH – AFNET 6 Studie. Das könnte Sie auch interessieren: Nach Vorhofflimmerablation: Reduktion modifizierbarer Risikofaktoren schützt vor Rezidiven Kardiorenal-metabolisches Syndrom: Chronische Nierenkrankheit hat größten Einfluss auf Gesamtmortalität
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