Nierenkrebs: Neues biotherapeutisches Produkt CBM588 könnte zu besseren Ergebnissen führen

Foto: © 9dreamstudio/stock.adobe.com

Forscher des City of Hope National Medical Center, USA, haben eine neuartige Anwendung des biotherapeutischen Produkts CBM588 zur Behandlung von Nierenkrebs entwickelt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen mit metastasierendem Nierenkrebs, die ein lebendes biotherapeutisches Produkt namens CBM588 oral einnahmen, während sie mit einer Immuntherapie und enzymatischen Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, bessere gesundheitliche Ergebnisse erzielten. Die Phase-1-Studie wurde in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlicht.

„Wir bei City of Hope sind die ersten, die nachweisen konnten, dass ein lebendes bakterielles Produkt die klinischen Ergebnisse von Patienten mit Nierenkrebs, die mit einer Immuntherapie behandelt werden, verbessern kann. CBM588 könnte in der Krebstherapie von großem Interesse sein, da es die Wirksamkeit einer auf Immuncheckpoint-Inhibitoren basierenden Behandlung verstärken, die Behandlungsergebnisse der Patienten verbessern und die Darmmikrobiota auf vorteilhafte Weise modulieren könnte“ kommentiert Sumanta Pal, Professor und stellvertretender Vorsitzender für akademische Angelegenheiten in der Abteilung für Medizinische Onkologie und Therapieforschung von City of Hope.

Er fügt hinzu: „Laufende und größere klinische Studien sind von entscheidender Bedeutung, um diese Vorteile zu validieren und die aktuellen Herausforderungen anzugehen. Wenn sich die in dieser kleinen Studie und einer früheren Studie mit Nivolumab und Ipilimumab beobachteten positiven Ergebnisse bestätigen, könnte CBM588 eine wertvolle Ergänzung bei der Behandlung verschiedener Krebsarten werden, insbesondere für Patienten, die mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren behandelt werden.“

Zunahme der Häufigkeit nicht klassifizierter Gattungen der Ruminococcaceae

In der einzentrigen Phase-1-Studie wurden 30 Patienten mit metastasiertem Nierenkrebs randomisiert, um Cabozantinib und die Immuntherapie Nivolumab mit oder ohne CBM588 als Erstlinienbehandlung zu erhalten. Das Darmmikrobiom der Teilnehmer wurde anhand von Stuhlproben zu Beginn der Studie und dann 13 Wochen nach Beginn der Behandlung analysiert. Im Versuch beobachteten die Forscher von City of Hope eine Zunahme der Häufigkeit nicht klassifizierter Gattungen der Ruminococcaceae, was in jüngsten Studien mit verbesserten klinischen Ergebnissen bei Immuncheckpoint-Inhibitoren in Verbindung gebracht wurde. Clostridium butyricum MIYAIRI 588, das Bakterium in CBM588, produziert Buttersäure.

„Obwohl die Mikrobiommodulation noch nicht Teil der Standardprotokolle zur Krebsbehandlung ist, handelt es sich um ein vielversprechendes Forschungsgebiet mit dem Potenzial, die Wirksamkeit von Krebstherapien, insbesondere Immuntherapien, zu verbessern. Derzeitige Anwendungen finden hauptsächlich im Rahmen klinischer Studien statt, aber immer mehr Evidenz deutet darauf hin, dass mikrobiombasierte Interventionen bald ein wertvoller Bestandteil von Krebsbehandlungsstrategien werden könnten“, betont Hedyeh Ebrahimi, Erstautorin der Studie.