Nierenpatientinnen und -patienten können auch ohne Anämie von einer Eisenbehandlung profitieren15. Juli 2021 Abbildung: © Maryna Olyak/stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass auch wenn keine Anämie vorliegt, eine Behandlung gegen Eisenmangel Patientinnen und Patienten mit Nierenerkrankungen zugutekommen kann. Ein Eisenmangel tritt bei 30 bis 45 Prozent aller Personen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) auf. Da Eisen für die Erythropoese wichtig ist, können niedrige Spiegel zu einer Anämie führen. Klinische Studien an Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz und Eisenmangel haben gezeigt, dass eine Erhöhung des Eisenspiegels die kardiovaskuläre Gesundheit bei diesen Personen verbessert – unabhängig davon, ob die Betroffenen an einer Anämie leiden oder nicht. Dr. Roberto Pecoits-Filho und Dr. Murilo Guedes vom Arbor Research Collaborative for Health in Ann Arbor (USA) und ihre Kollegen untersuchten, ob dies auch in der CKDopps-Studie (Chronic Kidney Disease Outcomes and Practice Patterns Study), einer Beobachtungsstudie an Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener, nicht dialysepflichtiger CKD der Fall ist. Unter 5145 CKD-Patienten aus Brasilien, Frankreich, den USA und Deutschland, die über einen Median von drei Jahren beobachtet wurden, gab es jährlich 47 Todesfälle pro 1000 Betroffenen sowie jedes Jahr 48 schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse pro 1000 Patientinnen und Patienten. Eisenmangel war bei Personen mit und ohne Anämie mit einem höheren Risiko für Todesfälle und kardiovaskuläre Ereignisse verbunden. „Interventionsstudien, die sich mit den Auswirkungen der Eisenmangelbehandlung über die erythropoetischen Wirkungen hinaus befassen, sind notwendig, um das auf Anämie fokussierte Paradigma der Eisenmangelbehandlung bei CKD zu hinterfragen und möglicherweise optimalere Strategien zur Verbesserung der Patienten-Outcomes zu fördern“, erklärt Pecoits-Filho. Er stellt fest, dass randomisierte kontrollierte klinische Studien erforderlich sind, um die Rolle der Eisenbehandlung bei Patienten mit CKD auch ohne Anämie zu ermitteln.
Mehr erfahren zu: "Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“" Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, hat das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin scharf kritisiert.
Mehr erfahren zu: "„Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“" „Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“ Eine Digitalisierung, die Praxen entlastet und die Versorgung verbessert, forderte Dr. Sibylle Steiner, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin am 4. September.
Mehr erfahren zu: "Hofmeister auf der KBV-Vertreterversammlung: „Praxen schaffen Arbeitsplätze und Kaufkraft“" Hofmeister auf der KBV-Vertreterversammlung: „Praxen schaffen Arbeitsplätze und Kaufkraft“ Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Arzt-Praxen hat der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Stephan Hofmeister, auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin hervorgehoben.