Nierentransplantation: Immunsuppressive Medikamente möglicherweise nicht lebenslang notwendig

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In einer aktuellen US-Studie mit Organtransplantations-Patienten konnten 75 Prozent der Teilnehmer Immunsuppressiva länger als zwei Jahre absetzen.

Immunsuppressiva sind zwar unerlässlich, um die Abstoßung transplantierter Organe zu verhindern, haben aber auch viele Nachteile. Sie können schwere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Zittern verursachen und das Infektions- und Krebsrisiko erhöhen. Was wäre jedoch, wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Organabstoßung ohne diese Medikamente zu verhindern?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Forschung von Dr. Mark Stegall von der Mayo Clinic, USA. Eine neue Studie, die von Forschern um Stegall in der Fachzeitschrift „American Journal of Transplantation“ veröffentlicht wurde, liefert nach Angaben der Autoren nun vielversprechende Ergebnisse.

Stammzellen zur Verhinderung der Abstoßung

Die Mayo Clinic nahm an der in der Studie beschriebenen multizentrischen klinischen Phase-3-Studie teil. Ziel war es herauszufinden, ob Patienten, die gleichzeitig eine Nieren- und eine Stammzelltransplantation von einem nahe verwandten Geschwister erhalten hatten, nach einem Jahr alle immunsuppressiven Medikamente absetzen konnten. Die Studie ergab, dass 75 Prozent der Teilnehmer die Medikamente länger als zwei Jahre absetzen konnten. An der Mayo Clinic nahmen drei Patienten teil, von denen zwei über drei Jahre lang keine immunsuppressiven Medikamente mehr einnahmen und einer eine niedrige Dosis erhielt.

„Selbst bei eng passenden Geschwistern ist eine lebenslange Immunsuppression erforderlich. Wir haben beobachtet, dass das Absetzen von Medikamenten selbst acht bis zehn Jahre nach der Transplantation zu einer Abstoßung führt. Unser Ziel ist es, Wege zu finden, immunsuppressive Medikamente nach der Transplantation zu reduzieren oder abzusetzen, damit Patienten länger haltbare Nieren mit weniger Nebenwirkungen haben“, kommentiert Andrew Bentall von der Mayo Clinic.