Nierentransplantationen: Bessere Ergebnisse bei größeren Fallzahlen28. Mai 2020 Szene aus einer Nierentransplantation. Foto: horizont21 – stock.adobe.com In Kliniken, in denen häufiger Nieren transplantiert werden, sind die Überlebenschancen größer. Dies ergibt eine Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Untersuchung ist Teil von acht Prüfaufträgen zu Mindestmengen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem IQWiG erteilt hat. Danach gibt es bei Nierentransplantationen einen Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses: In Krankenhäusern mit größeren Fallzahlen sind die Überlebenschancen bis zu ein Jahr nach Transplantation größer. Für die Gesamtmortalität bis zu zwölf Monate nach der Transplantation zeigen laut IQWiG zwei der drei hierzu ausgewerteten Studien eine niedrigere Sterbewahrscheinlichkeit bei höherer Leistungsmenge, allerdings sei die Aussagekraft der Ergebnisse niedrig. Für die mittelfristige Gesamtmortalität nach 36 Monaten hatte eine US-amerikanische Studie Daten erfasst. Hier konnten die IQWiG-Wissenschaftler einen solchen Zusammenhang nicht ableiten. Für die Zielgröße “Transplantatversagen” konnte das Institut nach Auswertung zweier relevanter Studien keinen Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Behandlungsqualität ableiten. Für die Zielgrößen „unerwünschte Wirkungen der Therapie“, „gesundheitsbezogene Lebensqualität“ und „Krankenhausaufenthaltsdauer“ lagen keine verwertbaren Daten vor, sodass hierzu keine Aussagen möglich sind. Da keine der eingeschlossenen Studien die individuellen Leistungsmengen der Operateurinnen und Operateure einbezogen hatte, könne ebenfalls nicht bewertet werden, ob mehr Routine bei Nierentransplantationen zu besseren Behandlungsergebnissen führt, heißt es weiter. Derzeit ist in Deutschland für Nierentransplantationen (inkl. Lebendspenden) eine Mindestmenge von 25 erbrachten Behandlungen je Krankenhausstandort und Jahr vorgegeben. Anders als bei der Regelung zur jährlichen Mindestmenge bei Lebertransplantationen werden bei Nierentransplantationen die Organentnahmen nicht zur Zahl der für die Erreichung der Mindestmengen maßgeblichen Interventionen mitgezählt. (IQWiG/ms)
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