Nierenzellkarzinom: Belzutifan erreicht Vorteile im Vergleich zu Everolimus

Belzutifan, ein Inhibitor des Hypoxie-induzierbaren Faktors 2α, hat in einer multizentrischen, offenen, aktiv kontrollierten Phase-III-Studie einen signifikanten Vorteil gegenüber Everolimus in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (PFS) und das objektive Ansprechen (OR) gezeigt. Die Patienten litten unter einem fortgeschrittenen klarzelligen Nierenzellkarzinom (RCC) und hatten zuvor Immuncheckpoint- und antiangiogene Therapien erhalten. Der Wirkstoff wurde mit keinen neuen Sicherheitssignalen in Verbindung gebracht.

In die Studie LITESPARK-005 (NCT04195750), die vom Unternehmen Merck Sharp und Dohme finanziert wurde, verteilten die Mediziner um Toni K. Choueiri vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (MA, USA) die Teilnehmer im Verhältnis 1:1 nach dem Zufalls­prinzip auf 1-mal täglich 120 mg Belzutifan oder 10 mg Everolimus zur oralen Einnahme. Die Therapie wurde fortgeführt, bis es zu einem Fortschreiten der Krankheit oder inakzeptablen toxischen Wirkungen kam. Die beiden primären Endpunkte waren PFS und das Gesamtüberleben (OS). Der wichtigste sekundäre Endpunkt war das Auftreten eines OR (bestätigtes vollständiges oder teilweises Ansprechen).

Insgesamt erhielten 374 Teilnehmer Belzutifan und 372 Everolimus. Bei der ersten Zwischenanalyse (mittlere Nachbeobachtungszeit 18,4 Monate) betrug das mediane PFS in beiden Gruppen 5,6 Monate; nach 18 Monaten waren 24,0% der Teilnehmer in der Belzutifan-Gruppe und 8,3% in der Everolimus-Gruppe am Leben und frei von Progression. Der 2-seitige p-Wert betrug 0,002, wodurch das vorab festgelegte Signifikanzkriterium erfüllt war.

Eine bestätigte OR trat bei 21,9% der Teilnehmer (95%-KI 17,8–26,5) in der Belzutifan-Gruppe und bei 3,5% (95 %-KI 1,9–5,9) in der Everolimus-Gruppe auf (p<0,001 – vorab festgelegtes Signifikanzkriterium erfüllt). Bei der zweiten Zwischenanalyse (mittlere Nachbeobachtungszeit 25,7 Monate) erreichte das mittlere OS 21,4 Monate in der Belzutifan-Gruppe und 18,1 Monate in der Everolimus-Gruppe; nach 18 Monaten lebten noch 55,2% bzw. 50,6% der Teilnehmer (HR für Tod 0,88; 95 %-KI 0,73–1,07. Der 2-seitige p-Wert lag bei 0,20, sodass das vorab festgelegte Signifikanzkriterium hier nicht erfüllt war.

Nebenwirkungen vom Grad ≥3 aufgrund jeglicher Ursache traten bei 61,8% der Teilnehmer in der Belzutifan-Gruppe (Grad 5 bei 3,5%) und bei 62,5 % der Teilnehmer in der Everolimus-Gruppe (Grad 5 bei 5,3%) auf. Nebenwirkungen führten bei 5,9% bzw. 14,7% der Teilnehmer zum Abbruch der Behandlung.

(ms)