Nierenzellkarzinom mit Thrombus in der Vena cava inferior: Deutlicher Benefit durch neoadjuvante Therapie25. Juli 2025 Darstellung eines Thrombus (Abbildung: © Anusorn/stock.adobe.com) Bei einem nichtmetastasierten Nierenzellkarzinom (NCC) mit Thromben in der Vena cava inferior (IVC) ist die Standardtherapie die vollständige chirurgische Resektion. Dieser Eingriff ist jedoch komplex und mit hohen Komplikationsraten und perioperativer Mortalität verbunden. In früheren Studien wurde die präoperative multimodale Therapie zur Verringerung der chirurgischen Schwierigkeiten erforscht – die begrenzte Evidenz verhinderte jedoch konkrete Leitlinienempfehlungen. Nun untersuchten japanische Wissenschaftler den Einfluss einer neoadjuvanten Therapie auf die Prognose von Patienten mit NCC und IVC-Thrombus ohne Fernmetastasen. Dabei stellten sie fest, dass diese Therapie die Prognose signifikant verbessert. Die chirurgische Invasivität kann damit reduziert werden. Außerdem kommt es zu einer mittel- bis langfristigen präventiven Wirkung auf das Wiederauftreten von Tumoren. Ihre Ergebnisse belegen den potenziellen Nutzen einer neoadjuvanten systemischen Therapie zur Verbesserung der Ergebnisse in dieser Patientengruppe, so die Autoren. Signifikante Verringerung der präoperativen Tumorgröße Für ihre Studie sammelten die Forscher Daten aus den Jahren 2006 bis 2024 zu NCC-Patienten mit IVC-Thrombus, die sich einer radikalen Nephrektomie plus IVC-Thrombus-Resektion unterzogen hatten. Die Patienten erhielten entweder eine neoadjuvante Therapie, einschließlich Tyrosinkinase- oder Immun-Checkpoint-Inhibitoren (neoadjuvante Chemotherapie; NAC-Gruppe; n=31) oder keine NAC (NAC-Naive-Gruppe; n=19), gefolgt von einer Operation. Die Tumor- und Thrombusgröße bestimmten die Experten mittels Computertomographie. Das krankheitsfreie Überleben (DFS) und das Gesamtüberleben (OS) berechneten sie anhand von Kaplan-Meier-Kurven. Mithilfe einer multivariaten Analyse ermittelten die Forschenden außerdem Faktoren, die das DFS vorhersagten. Die NAC-Gruppe zeigte im Vergleich zur NAC-Naive-Gruppe unmittelbar vor der Nephrektomie eine signifikante Verringerung der Größe des primären Nierentumors und des Verhältnisses von Neutrophilen zu Lymphozyten. Außerdem hatte die NAC-Gruppe ein signifikant besseres DFS und OS. Das mediane DFS und OS wurden in der NAC-Gruppe nicht erreicht, verglichen mit 26,3 Monaten bzw. 73,5 Monaten in der NAC-Naive-Gruppe. Weiterhin stellten die Wissenschaftler in der NAC-Gruppe eine Zwei-Jahres-Überlebensrate ohne Rezidiv von 70,9 vs. 50,6 Prozent in der NAC-Naive-Gruppe fest. Die multivariate Analyse ergab, dass eine präoperative Tumorgröße von mindestens 10 cm und das Fehlen einer neoadjuvanten Therapie schlechte prognostische Faktoren für das DFS waren. (jh)
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