Häufig gemeinsames Auftreten: Erektionsstörungen bei fast jedem zweiten Diabetiker8. September 2017 Besser hinsehen, wenn der Penis SOS funkt: Es könnte ein Notruf des Stoffwechsels oder des Herzens sein. Foto: vchalup – Fotolia.com Fast jeder zweite Mann mit Diabetes leidet unter Erektionsstörungen, betont die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGMG) und weist auf den Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen hin. Diabetes ist längst auf den vorderen Rängen der führenden Zivilisationskrankheiten angekommen. Unerkannt oder nur unzureichend behandelt, führt der hohe Blutzuckerspiegel auf Dauer zu Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel einem diabetischen Fuß oder Sehstörungen bis hin zur Erblindung. „Bei Männern – und dies wird leider noch immer unterschätzt – äußert sich der Diabetes sehr oft in Form von Erektionsstörungen“, sagt PD Dr. med. Tobias Jäger, Urologe aus Essen und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGMG). Forscher aus Großbritannien haben sich kürzlich diesen Zusammenhang zwischen einem Diabetes und Erektionsstörungen bei 88.577 Männern (Altersdurchschnitt: 55,8 Jahre) einmal etwas genauer angesehen. Das Ergebnis war eindeutig: 52,5 Prozent der untersuchten Diabetiker litten unter Erektionsstörungen – also jeder zweite Zuckerkranke! Männer, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankten, waren dabei sogar noch stärker von der erektilen Dysfunktion betroffen als Typ-1-Diabetiker. Die Häufigkeit von Erektionsstörungen steigt mit zunehmendem Lebensalter natürlicherseits immer weiter an. Doch auffällig ist, dass diabetische Männer in der Regel circa zehn bis 15 Jahre früher über Einschränkungen beim Liebesspiel klagen als ihre gesunden Altersgenossen, so auch in der aktuellen britischen Studie. „Erektionsstörungen können darüber hinaus ein Hinweis auf einen drohenden Herzinfarkt oder einen Schlaganfall sein. Männer sollten daher die Möglichkeiten zur Prävention frühzeitig ergreifen“, rät Prof. Frank Sommer, Deutschlands einziger Universitätsprofessor für Männergesundheit und Präsident der DGMG. Für Patienten und Ärzte heißt das gleichermaßen, dass Diabetiker routinemäßig auf Erektionsstörungen angesprochen werden sollten. „Andererseits kann aber auch der Mann, der über mangelndes Stehvermögen oder verringerte Ausdauer berichtet, ein noch unerkannter Diabetiker sein“, so PD Dr. Magnus Baumhäkel, Kardiologe und ebenfalls Vorstandsmitglied der DGMG. Die sexuelle Aktivität und Gesundheit des Mannes hängt sowohl von psychischen als auch von körperlichen Faktoren ab. Ein bekannter Diabetes sollte daher stets besondere Aufmerksamkeit erfahren, vor allem auch seitens der betroffenen Männer, fordert die DGMG. Denn frühzeitig erkannt, lasse sich die erektile Dysfunktion durchaus vermeiden und gleichzeitig der Diabetes kontrollieren, bevor dieser schwere gesundheitliche Folgen nach sich zieht.
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