Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie bei Patientinnen mit N+ Brustkrebs: Verlängerung des Überlebens in der Prä-, aber nicht Postmenopause30. Mai 2022 ATLANTA (Biermann) – Der auf dem Oncotype DX® Brustkrebstest basierende Recurrence-Score ist bei der Vorhersage eines Chemotherapienutzens bei HR+, HER2-, axillärem N- Brustkrebs klinisch von Nutzen. Bei Frauen mit positivem Lymphknotenbefall war die Rolle des Scores im Hinblick auf die Vorhersage eines Nutzens einer adjuvanten Chemotherapie allerdings noch nicht geklärt worden, was nun Prof. Kevin Kalinsky von der Winship Cancer Institute at Emory University (USA) und sein Team übernahmen. Es zeigte sich, dass unter prämenopausalen Frauen mit 1–3 positiven Lymphknoten und einem Recurrence-Score von ≤25 diejenigen, die eine chemoendokrine Therapie erhielten, ein längeres invasives DFS (IDFS) und metastasenfreies Überleben (MFS) hatten als diejenigen, die eine alleinige ET erhielten. Postmenopausale Frauen mit ähnlichen Merkmalen profitierten hingegen nicht von der Anwendung einer adjuvanten Chemotherapie. Im Rahmen ihrer prospektiven Studie teilten die Forschenden Frauen mit HR+, HER2- Brustkrebs, 1–3 positiven axillären Lymphknoten und einem Rezidiv-Score von ≤25 randomisiert entweder einer alleinigen ET oder einer Chemotherapie plus endokriner (chemoendokriner) Therapie zu. Das primäre Ziel der Studie bestand darin, die Wirkung der Chemotherapie auf das IDFS zu bestimmen und festzustellen, ob die Wirkung durch den Recurrence-Score beeinflusst wurde. Sekundäre Endpunkte enthielten auch das MFS. Die Wissenschaftler randomisierten 5083 Frauen (33,2 % prä- und 66,8 % postmenopausal), von denen schlussendlich 5018 an der Studie teilnahmen. Bei der vorab festgelegten 3. Zwischenanalyse unterschied sich der Chemotherapienutzen bereits im Bezug auf die Erhöhung des IDFS je nach Menopausenstatus (P=0,008). Bei postmenopausalen Frauen betrug das IDFS in der ET-Gruppe nach 5 Jahren 91,9 % und in der Gruppe mit chemoendokriner Therapie 91,3 %. Es gab keinen Vorteil einer Chemotherapie (HR für das Wiederauftreten einer invasiven Krankheit, eines neuen primären Krebses [Brustkrebs oder anderer Krebs] oder Tod 1,02; 95 %-KI 0,82–1,26; P=0,89). Bei prämenopausalen Frauen mit ET bzw. mit chemoendokriner Therapie betrug das IDFS nach 5 Jahren 89,0 % bzw. 93,9 % (HR 0,60; 95 %-KI 0,43–0,83; P=0,002). Auch der Anstieg des MFS war ähnlich (HR 0,58; 95 %-KI 0,39–0,87; P=0,009). Außerdem nahm der relative Nutzen der Chemotherapie mit steigendem Recurrence-Score nicht zu. (sh) Autoren: Kalinsky K et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: 21-Gene Assay to Inform Chemotherapy Benefit in Node-Positive Breast Cancer Quelle: N Engl J Med 2021;385(25):2336–2347. Web: doi.org/10.1056/NEJMoa2108873
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