Ösophaguskarzinom: Verbindung zu Bakterien im Mundraum entdeckt

Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, dass mindestens drei Arten von Bakterien, die im Mundraum vorkommen, mit dem Risiko für Speiseröhrenkrebs in Verbindung stehen.

Die Forscher vom Perlmutter Cancer Center an der New York University haben kürzlich in „Cancer Research“ eine Analyse von Daten aus zwei landesweiten Studien veröffentlicht, die insgesamt mehr als 120.000 Patienten umfassten. Aus dieser Analyse geht hervor, dass das Risiko für ein Ösophaguskarzinom um 21 Prozent steigt, wenn im Mikrobiom des Mundraumes Tannerella forsythia vorkommt – ein Bakterium, das mit Zahnfleischerkrankungen assoziiert ist.

Streptokokken und Neisseria hingegen standen mit einer Abnahme des Risikos um bis zu 24 Prozent in Zusammenhang. Von Neisseria sei bekannt, dass sie Toxine aus Tabakrauch verarbeiten, heißt es in einer Pressemitteilung der New York University zu den Studienergebnissen. Man wisse auch, dass Raucher weniger Bakterien dieser Art in ihrem Mund aufweisen.

Schon lange hat mat vermutet, dass das Mikrobiom im Mundraum – das sich bei Nikotinkonsum, Alkoholabusus, Zahnfleischerkrankungen, gastroösophagealem Reflux und mit der Ernährung verändert – das Risiko für Adenokarzinome oder Plattenepithelkarzinome des Ösophagus beeinflusst. Ihre Untersuchung, für die gesunde Patienten zehn Jahre beobachtet worden waren, die erste sei, in der unter den fast 300 Bakterien des Mundmikrobioms diejenigen ermittelt wurden, die statistisch gesehen mit Speiseröhrenkrebs in Verbindung stehen.

„Unsere Studie bringt uns einer Identifizierung der Ursachen, die diesen Krebserkrankungen zugrunde liegen, viel näher. Denn wir wissen jetzt, dass zumindest in manchen Fällen eine Erkrankung mit der Anwesenheit bestimmter Bakterien im oberen Verdauungstrakt verbunden ist“, sagt der Epidemiologe Jiyoung Ahn, Seniorautor der Studie. „Auf der anderen Seite haben wir mehr Evidenz dafür, dass die Abwesenheit oder der Verlust anderer Bakterienarten im Mundraum zu diesen Krebserkrankungen führen können – oder zu Darmerkrankungen, die wiederum diese Krebserkrankungen triggern.“

Die Autoren betonen allerdings auch, dass ihre Ergebnisse nicht bedeuten, dass Bakterien ein Ösophaguskarzinom in direkter Art und Weise verursachen oder verhindern.

Originalpublikation: Peters BA et al. Cancer Research, Dezember 2017

Quelle
NYU Langone Medical Center
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