Offener Brief: DIVI fordert Wiederbelebungsunterricht für jedes Kind20. Oktober 2022 Die DIVI fordert die Einführung von Wiederbelebungsunterricht an den Schulen. (Foto: © SC-Photo – stock.adobe.com) Anlässlich des Tages der Wiederbelebung am 16. Oktober hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) die Kultusminister der Länder aufgefordert, Wiederbelebungsunterricht ab spätestens Klasse 7 einzuführen. In Deutschland sterben circa 70.000 Menschen pro Jahr an plötzlichem Herz-Kreislaufstillstand. Mindestens 10.000 könnten ins Leben zurückkehren, wenn jeder Bürger wüsste, wie man einen anderen Menschen wiederbelebt. Deshalb fordern die Intensiv- und Notfallmediziner die flächendeckende Einführung von Wiederbelebungsunterricht für jedes Kind ab spätestens Klasse 7. Denn eigentlich sei es sehr einfach, schreibt die DIVI. Wörtlich heißt es im Brief: „PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN lautet die Faustformel im Notfall. Wer diese nicht kennt, ruft vielleicht noch den Notarztwagen, wenn ein Mensch leblos zusammenbricht. Das reicht hier aber nicht, denn: Es dauert im Durchschnitt neun Minuten, bis dieser eintrifft. Aber bereits nach drei Minuten ohne Sauerstoff ist das Gehirn meist geschädigt. Nach fünf Minuten ohne schlagendes Herz oder Herzdruckmassage und ohne Sauerstoff ist das Gehirn meist tot. Wir sind deshalb als Mediziner darauf angewiesen, dass bei unseren Patienten bis zum Eintreffen des Rettungswagens die Pumpleistung des Herzens direkt und ohne zu zögern von den Angehörigen, Freunden oder fremden Menschen in nächster Nähe übernommen wird. Das erfordert nur ein wenig Wissen und ein wenig Mut.“ Vorbild Dänemark: Reanimationsquote verdreifacht Dänemark gehe als Vorbild voran, heißt es weiter. Dort wurde im Jahr 2005 der Wiederbelebungs-Unterricht gesetzlich festgeschrieben und Kinder in der Schule in Wiederbelebung ausgebildet. Die Kinder hätten keine Angst zu helfen, würden das Gelernte in die Familien und weiter in die Gesellschaft tragen. „Die Überlebensrate bei einem Herz-Kreislaufstillstand hat sich seither bei unseren nördlichen Nachbarn verdreifacht. Das können wir auch in Deutschland schaffen! (…) Etablieren Sie zwei Schulstunden Wiederbelebungsunterricht einmal im Jahr ab der siebten Klasse in allen Schulen!“, so die DIVI. 85.000 Ja-Stimmen aus der Bevölkerung konnten bisher noch nichts erwirken Ebenfalls weist die Fachgesellschaft auf vergangene Aktionen und Kampagnen hin, die bisher nicht zur Etablierung des Wiederbelebungsunterrichts geführt haben. „Sie können in Ihrem Bundesland mutig den Anfang machen“, animieren die Intensiv- und Notfallmediziner die Kultusministerien. Zum Hintergrund: Bereits im vergangenen September hat das Aktionsbündnis „Wir beleben Deutschland wieder“, dem die DIVI angehört, eine viel beachtete Kampagne gestartet. #ichrettedeinleben, initiiert vom Deutschen Rat für Wiederbelebung gemeinsam mit Doc Caro, hat als Kampagne in den Social-Media-Kanälen und in der Presse innerhalb der Bevölkerung große Unterstützung erfahren. 84.972 Bürger haben die Petition für die Einführung von Wiederbelebungs-Unterricht öffentlich unterzeichnet. Sie wurde im Mai vor dem Bundestag vor laufender Fernsehkamera an den Petitionsausschuss des Bundestages überreicht. Bisher noch ohne Erfolg. Um Leben zu retten, brauche es etwas Mut, schreiben die Mediziner am Ende des Briefes. „Seien Sie also mutig! Werden Sie Lebensretter! Mütter und Väter, Söhne und Töchter werden es Ihnen danken.“
Mehr erfahren zu: "Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet" Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet Verhaltensauffälligkeiten nehmen auch im Schulalltag zu. Nach langer Planung startet in Sachsen nun ein Projekt, das Lehrkräfte sowie Schulleitungen entlasten soll.
Mehr erfahren zu: "Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken" Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken Auch mehrere Jahre nach Ende der Corona-Pandemie prägt diese Zeit noch Tausende Teenager in Baden-Württemberg in Form psychischer Erkrankungen.
Mehr erfahren zu: "Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen" Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) befürchtet, dass mit der jetzigen Ausgestaltung der Hybrid(H)-DRGs das angestrebte Ziel der Ambulantisierung nicht erreicht werden kann. Er fordert daher eine sachgerechte Refinanzierung vor […]