Offenwinkelglaukom: PSLT erzielt vergleichbare Drucksenkung wie Travoprost-Augentropfen

Laserbehandlung bei Glaukom.(Symbolbild.)Bild:©unai-stock.adobe.com

Forschende aus Brasilien haben gezeigt, dass die Behandlung von okulärer Hypertonie und Offenwinkelglaukom mit der Pascal-Selektive-Laser-Trabekuloplastik (PSLT) der mit Travoprost-Augentropfen nicht unterlegen ist.

Die randomisierte Nichtunterlegenheitsstudie hatte zum Ziel die Wirksamkeit der PSLT mit topischen Prostaglandin-Augentropfen in der Behandlung von Patienten mit okulärer Hypertonie (OHT) oder Offenwinkelglaukom (POAG) hinsichtlich der Senkung des Augeninnendrucks (IOD) und des Spitzen-IOD zu vergleichen. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „PLOS ONE“.

Für die Studie rekrutierten die Forschenden insgesamt 30 Patienten. Nach einer Auswaschphase wurden beide Augen der Patienten randomisiert. Hierbei wurde ein Auge mit PSLT (Interventionsgruppe) und das kontralaterale Auge mit Travoprost-Augentropfen (Kontrollgruppe) behandelt.

Die Forschenden analysierten Parameter wie IOD und Spitzen-IOD mittels des Wasserbelastungstests. Zudem führten sie Gesichtsfeld(VF)- und optische Kohärenztomographie(OCT)-Untersuchungen durch. Dabei wurden die Analysen zu Studienbeginn, nach sieben Tagen sowie nach zwei, sechs, neun und zwölf Monaten durchgeführt.

Für den primären Endpunkt verglichen die Forschenden die Wirkung der PSLT auf IOD und Spitzen-IOD mit Travoprost-Augentropfen. Dabei durfte die Abweichung höchstens 1,5 mmHg gegenüber dem vorab festgelegten Schwellenwert betragen.

PSLT ebenso wirksam wie Prostaglandin-Augentropfen

Die Analysen zeigten ähnliche Werte für den mittleren Ausgangs-IOD in beiden Gruppen (Interventionsgruppe 18,8 ± 4,0 mmHg, Kontrollgruppe 18,8 ± 4,2 mmHg). Zudem konnten die Forschenden nach zwei, sechs und neun Monaten Behandlung keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich des IOD zwischen den Gruppen feststellen.

Nach zwölf Monaten Nachbeobachtungszeit wies die PSLT-Gruppe jedoch einen niedrigeren durchschnittlichen IOD im Vergleich zur Kontrollgruppe auf (13,5 ± 2,3 mmHg gegenüber 14,9 ± 2,7 mmHg; p < 0,001). Der Wasserbelastungstest zeigte ähnliche Ergebnisse für den Spitzen-IOD.

Für den Zeitverlauf im Durchschnitt wurde kein Fortschreiten der Erkrankung ermittelt. Zudem verzeichneten die Wissenschaftler hinsichtlich der Gesichtsfeld- und OCT-Parameter keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen.

Die Forschenden fassten zusammen, dass die PSLT bei der Senkung des IOD und des Spitzen-IOD bei Patienten mit POAG und OHT ebenso wirksam ist wie Prostaglandin-Augentropfen. Nach Meinung der Studienautoren sind diese Ergebnisse sehr wichtig. Denn das Interesse an minimalinvasiven Glaukombehandlungen und einer Verringerung der Abhängigkeit von topischen Medikamenten nehme zu.

(sas/BIERMANN)