Olfaktorische Dysfunktion nach Kopfverletzungen: Neuer Behandlungsansatz?2. Dezember 2025 Foto: may1985/stock.adobe.com Eine aktuell veröffentlichte belgische Studie zeigt, dass Injektionen mit plättchenreichem Plasma (PRP) Patienten mit Olfaktorischer Dysfunktion (OD) nach einem Kopftrauma helfen können, ihren Geruchssinn wiederzuerlangen. Studienleiter Dr. Jerome R. Lechien von der Universität Mons untersuchte Patienten, die nach einem Kopftrauma eine OD hatten. Nach der Verabreichung von PRP-Injektionen in die Riechspalte berichteten zwei Drittel der Patienten über eine Verbesserung ihres Geruchssinns. Nach drei Monaten konnten objektiv signifikante Verbesserungen gemessen werden. Die vorläufigen Studienergebnisse wurden der Novemberausgabe von „Otolaryngology–Head and Neck Surgery“ veröffentlicht. Behandlung vielversprechend, auch Jahre nach der Kopfverletzung Wie Lechien betonte, zeige die Studie erstmals, dass eine PRP-Injektion in die Riechspalten die Wiederherstellung des Geruchssinns bei Patienten nach traumatischer Kopfverletzung signifikant verbessern kann. „Manchmal sogar mehrere Jahre nach dem Trauma“, hob der Studienleiter in einer Mitteilung hervor. In früheren Studien wurde PRP bereits bei OD nach einer Virusinfektion eingesetzt. Lechien ergänzte: „Bis heute gibt es keine wirksame Behandlung für den Verlust des Geruchssinns nach einem Kopftrauma.“ Der neue Therapieansatz biete Hoffnung für Kopftrauma-Patienten, die unter anhaltendem Geruchsverlust leiden, der sich auf Lebensqualität, Sicherheit und emotionales Wohlbefinden auswirkt. Die Studie schloss 33 Patienten (19 Frauen), die seit durchschnittlich fast fünf Jahren (55,6 ± 45,1 Monate) unter OD litten. Letzteres deutet darauf hin, dass auch langjährige Fälle von der Behandlung profitieren können. Als Vergleichsgruppe dienten Patienten mit Kopftrauma und Geruchsverlust, die nur ein olfaktorisches Training absolvierten. Olfaktorische Dysfunktion besserte sich nicht nur subjektiv Wie die Studie zeigen konnte, gaben 67 Prozent der Patienten, die eine PRP-Behandlung erhielten, nach einer einzigen Injektion eine subjektive Verbesserung an. Psychophysische Tests zeigten einen signifikanten Anstieg der Geruchswahrnehmungswerte. Es wurden klinisch bedeutsame Verbesserungen erzielt, die denen eines reinen Geruchstrainings überlegen waren. Im Durchschnitt nahmen die Patienten innerhalb von 5,4 Wochen nach der Behandlung die ersten wiedergewonnenen Gerüche wahr. Obwohl diese Ergebnisse vorläufig sind und auf einer kleinen Patientengruppe basieren, stellen sie die erste Untersuchung der Wirksamkeit von PRP speziell bei traumabedingter OD dar. Dr. Lechien merkt an, dass größere randomisierte kontrollierte Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen. (ja)
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