Oligometastasiertes/-progredientes Nierenzellkarzinom: Delphi-Konsens zur ablativen stereotaktischen Strahlentherapie

Was halten Experten von ablativer stereotaktischer Strahlentherapie (SABR) beim oligometastasierten und -progredienten Nierenzellkarzinom mit extra­kraniellen Metastasen?

Dies zu klären, war Thema eines von der European Association of Urology unterstützten Projektes der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO), mit dem Ziel, Konsensempfehlungen für Patientenauswahl, Behandlungsdosen und gleichzeitige systemische Therapie zu entwickeln.

Zu diesem Zweck habe eine Kerngruppe einen Fragebogen zur SABR beim oligometastasierten Nierenzellkarzinom erstellt und ihn von einem Gremium aus 10 namhaften Experten auf diesem Gebiet prüfen lassen, berichtet das Team um Erstautorin Dr. Giulia Marvaso vom Istituto Europeo di Oncologia in Mailand, Italien. Dabei kam die Delphi-Konsens­methode zum Einsatz und 3 schriftliche Befragungsrunden wurden an Kliniker ­verschickt, die als Meinungsführer identifiziert worden waren.

Am Ende der 3. Runde konnten die Teilnehmer zu 8/37 Fragen einen Konsens erzielen. Insbesondere einigten sie sich darauf, für SABR-Kandidaten keine Beschränkungen bzgl. Alter (25/25 [100 %]) und Histologie des primären Nierenzellkarzinoms (23/25 [92 %]) anzuwenden, hinsichtlich der Obergrenze von 3 Läsionen, um Patienten mit Oligo­progression eine ablative Behandlung anzubieten, und der gleichzeitigen Verabreichung eines Immuncheckpoint-Inhibitors.

Ferner ist die SABR demnach indiziert als Methode der Wahl für Oligometastasierung im Knochen bei Nierenzellkarzinomen (20/25 [80 %]) und für Nebennieren-Oligometastasen 22 (88 %). Kein Konsens oder eine größere Übereinstimmung konnte hinsichtlich des geeigneten Zeitplans erzielt werden, aber die meisten Befragten (54–58 %) hielten ein Alle-2-Tage-Schema für die optimale Wahl für alle unter­suchten Lokalisationen. (sf)