ON/OFF – Mit OMPRIS raus aus der Internetsucht18. November 2019 Dr. Jan Dieris-Hirche, Leiter der Medienambulanz im LWL-Universitätsklinikum Bochum, leitet und koordiniert das Forschungsprojekt OMPRIS. (Foto: privat/LWL) Forscher des LWL-Universitätsklinikums Bochum wollen ein neues webcambasiertes Angebot zur Behandlung von Computerspielabhängigkeit und Internetsucht entwickeln. Für Menschen mit einer Internetsucht ist es schwierig, geeignete Therapiemöglichkeiten schnell und wohnortnah zu finden. Ein unkompliziertes und sehr niedrigschwelliges Angebot liefert das Internet selbst. Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat sich auf den Einsatz von telemedizinischen Online-Beratungsangeboten spezialisiert. In den kommenden drei Jahren wird eine Forschungsgruppe unter Leitung von Dr. Jan Dieris-Hirche, Oberarzt und Leiter der Medienambulanz der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum, ein neues webcambasiertes Angebot entwickeln und erproben: Onlinebasiertes Motivationsprogramm zur Förderung der Veränderungsmotivation bei Menschen mit Computerspielabhängigkeit und Internetsucht, kurz: OMPRIS. Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Innovationsfonds Deutschland.“Damit gehen wir beim LWL einen weiteren Schritt in Richtung Telemedizin und holen gleichzeitig betroffene und gefährdete Menschen unmittelbar im ‘Suchtraum’ Internet ab. Ich freue mich, dass wir bei diesem bundesweiten Forschungsprojekt dabei sind”, sagte LWL-Direktor Matthias Löb.“Die positiven Rückmeldungen zu OASIS (Online-Ambulanz-Service zur Diagnostik und Beratung von Internetsüchtigen) und die offizielle Anerkennung der Computerspielsucht als psychische Störung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai 2019 hatten uns bewogen, ein weiteres Hilfs- und Präventionsangebot zu planen”, formuliert Dieris-Hirche die Beweggründe für das neue Forschungsprojekt. Im Schulterschluss mit sieben deutschen Projektpartnern soll bis zum Herbst 2022 ein telemedizinisches vier- bis sechswöchiges, kostenloses Beratungsprogramm mit vielen psychologischen und medienpädagogischen Elementen konzipiert, angewendet und evaluiert werden. Bereits ab Frühjahr 2020 soll das Programm deutschlandweit im Einsatz sein und allen Betroffenen zur Verfügung stehen. “Erstmalig bieten wir Menschen mit problematischem Internetgebrauch ein umfassendes Beratungsprogramm an mit Elementen, die wir oftmals auch in Therapien mit unseren Patientinnen und Patienten in unseren Klinikräumen nutzen – mit Hilfe von OMPRIS, nur digital vor dem Bildschirm”, so Dieris-Hirche. Etwa zweimal pro Woche werden webcambasierte Kleingruppen und Einzelgespräche stattfinden, in denen die Teilnehmenden motiviert werden, ihren Alltag zu strukturieren und ihr Medienverhalten zu verändern. Zudem wird ein Sozialarbeiter bei Fragen rund um Themen wie zum Beispiel Wohnungssuche, Anträge auf Wohngeld oder Hilfe bei der ARGE webcambasiert beraten. Mit den beiden Schwesterprojekten OASIS und OMPRIS verfügt die LWL-Medienambulanz dann künftig über innovative telemedizinische Beratungsansätze, die ihre analogen Therapieangebote ergänzen.
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