Online-Tai-Chi hilft bei Kniearthrose29. Mai 2026 Bild: ulza – stock.adobe.com Unbeaufsichtigtes Online-Tai-Chi verbessert bei Menschen mit Kniearthrose sowohl Knieschmerzen als auch die Kniefunktion. Forschende aus Melbourne (Autralien) haben in der aktuellen Studie RETREAT die Auswirkungen einer unbeaufsichtigten multimodalen Online-Tai-Chi-Intervention auf Knieschmerzen und -funktion bei Menschen mit Kniearthrose bewertet. Nach zwölf Wochen führte die Tai-Chi-Intervention zu klaren Verbesserungen der Knieschmerzen und der Kniefunktion. Methodik Die Kontrollgruppe erhielt Zugang zu einer eigens dafür eingerichteten Website mit Informationen über Arthrose und die Vorteile von Bewegung. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe erhielten zusätzlich die „My Joint Tai Chi“-Intervention, auf der Basis eines frei zugänglichen, zwölfwöchigen, unbeaufsichtigten, videobasierten Tai-Chi-Programms. Primäre Outcomes umfassten die Veränderungen der Knieschmerzen beim Gehen (Bewertungsskala von 0–10, erhöhte Werte entsprechen dabei stärkeren Schmerzen) und der körperlichen Funktionsbeeinträchtigung (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index, Skala von 0–68, höhere Werte zeigen eine stärkere Funktionsbeeinträchtigung an). Jeweils 89 Patienten wurden in die Kontrollgruppe (Durchschnittsalter 61,0 Jahre; 66 Frauen) und in die Tai-Chi-Interventionsgruppe (Durchschnittsalter 62,1 Jahre; 59 Frauen) randomisiert. Nach zwölf Wochen schlossen 96 Prozent der Teilnehmenden beide primären Endpunkte ab. Ergebnisse Die Tai-Chi-Gruppe berichtete über stärkere Verbesserungen bei den Knieschmerzen (Kontrollgruppe: -1,3; Tai Chi: -2,7; mittleres Δ: -1,4 Einheiten; 95 %-KI -2,1 bis -0,7; p<0,001) und der Funktion (Kontrollgruppe: -6,9; Tai-Chi-Gruppe: -12,0; mittleres Δ: -5,6 Einheiten; 95 %-KI -9,0 bis -2,3; p<0,001) als die Kontrollen. Deutlich mehr Teilnehmer in der Tai-Chi-Gruppe als in der Kontrollgruppe erreichten eine minimale klinisch relevante Differenz bei den Schmerzen (73 vs. 47 %; Risikodifferenz 0,3; 95 %-KI 0,1–0,4; p<0,001) sowie bei der Funktion (72 vs. 52 %; Risikodifferenz 0,2; 95 %-KI 0,1–0,3; p=0,007). Die Unterschiede zwischen den Gruppen bei den meisten sekundären Endpunkten sprachen für Tai Chi, darunter eine weitere Messgröße für Knieschmerzen, die Sport- und Freizeitfunktion, die Lebensqualität, das körperliche und geistige Wohlbefinden, die allgemeine Verbesserung, die Selbstwirksamkeit im Umgang mit Schmerzen und das Gleichgewichtsvertrauen. (bi/BIERMANN)
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