Optische Kohärenztomographie: Neue Einsichten in chronische Wunden30. Juli 2019 © 632imagine – Adobe Stock (Symbolbild) Die optische Kohärenztomographie (OCT) findet in der Dermatologie verschiedene Anwendungen, von der Hautkrebsdiagnose bis hin zur Diagnose von Nagelpilzerkrankungen. Relativ neu ist die Anwendung der OCT bei der Bildgebung der umliegenden Haut des Ulcus cruris venosum. Chronische Wunden zeichnen sich allgemein durch schlechte Abheilungsraten sowie häufige Rezidive aus. Das Ulcus cruris venosum ist durch venöse Hypertension, eingeschränkte Perfusion und Diffusion, chronische Inflammation der Wundumgebung, Lipodermatosklerose und Seneszenz gekennzeichnet. Ziel einer aktuellen Untersuchung war die Klärung der Frage, inwieweit die OCT, die eine Bildgebung der Blutkapillaren der die Wunde umgebenden Haut erlaubt, neue Erkenntnisse zur Pathologie venöser Ulzerationen liefern kann. Eine Weiterentwicklung der OCT ist die dynamische OCT (D-OCT), mit der die oberflächlichen Blutgefäße der Haut visualisiert und quantifiziert werden können; die D-OCT erfasst Morphologie und Dichte der Gefäße bis auf einen Durchmesser von 20 µm. Die Autoren untersuchten mithilfe dieses Bildgebungsverfahrens 15 chronische Wunden und verglichen die Charakteristika der Gefäße an 4 festgelegten Polen im Umfeld der Wunde, das Wundbett, angrenzende Dermatosklerosen sowie die intakte Haut. Die Autoren schreiben in ihrer im „International Journal for Lower Extremity Wounds“ publizierten Studie, dass sich sowohl die Morphologie der Gefäße als auch die Gewebedichte der Wundränder erheblich von gesunder Haut unterscheide; es konnten glomerulär erscheinende (knoten- oder klumpenförmig) Gefäße sichtbar gemacht und das Fehlen sich linear verzweigender Gefäße nachgewiesen werden, ebenso eine erhöhte Durchblutung. Die Bildgebung per OCT erfolgt schnell und wird vom Patienten gut toleriert, und sie liefert neuartige Informationen die andere Methoden nicht erbringen. Die OCT sei, so die Autoren im Fazit, ein vielversprechendes Instrument zur Evaluation chronischer Wunden. (am)
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