Orale Antidiabetika bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Lebererkrankung

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Mehrere Klassen oraler Antidiabetika (OAD) können die Behandlungsergebnisse von Patienten mit MASLD (früher Nichtalkoholische Fettlebererkrankung [NAFLD]) in unterschiedlichem Maße verbessern. Noch fehlen jedoch detaillierte klinische Daten darüber, welche Wirkstoffklasse sich am besten dafür eignet. In einer südkoreanischen Studie wurde nun untersucht, welche OAD bei Patienten mit MASLD und Typ-2-Diabetes (T2D) mit den besten Behandlungsergebnissen assoziiert sind.

Die Probanden dieser retrospektiven Kohortenstudie erhielten entweder Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Hemmer (SGLT2i), Thiazolidindione, Dipeptidyl-Peptidase-4(DPP-4)-Hemmer oder Sulfonylharnstoffe, jeweils in Kombination mit Metformin für ≥80% von 90 aufeinanderfolgenden Tagen. Endpunkte waren die Regression der MASLD gemäß des Fettleber-Indexes und ein zusammengesetztes leberbezogenes Ergebnis (definiert als leberbezogene Hospitalisierung, leberbezogene Mortalität, Lebertransplantation und HCC).

Insgesamt wurden 80.178 Patienten (mittleres Alter 58,5 ±11,9 Jahre; 53,6% Männer) über 219.941 Personenjahre nachbeobachtet, wobei bei 4102 Patienten eine Rückbildung der MASLD erfolgte. Im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen waren SGLT2i (adjustierte Subgruppen-HR [ASHR] 1,99; 95%-KI 1,75–2,27), Thiazolidindione (ASHR 1,70; 95%-KI 1,41–2,05) und DPP-4-Hemmer (ASHR 1,45; 95%-KI 1,31–1,59) mit einer Regression der MASLD assoziiert.

Dabei korrelierten SGLT2i vs. Thiazolidindione (ASHR 1,40; 95%-KI 1,12–1,75) und DPP-4-Hemmer (ASHR 1,45; 95%-KI 1,30–1,62) mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit einer MASLD-Rückbildung. Nur SGLT2i (ASHR 0,37; 95%-KI 0,17–0,82), nicht aber Thiazolidindione oder DPP-4-Hemmer, resultierten vs. Sulfonylharnstoffe in signifikant niedrigeren Inzidenzraten leberbedingter Nebenwirkungen.

Fazit
Diese neuesten Studienergebnisse deuten darauf hin, dass derzeit offensichtlich ein Trend besteht, SGLT2i als bevorzugte OAD für Personen mit MASLD und T2D zu verschreiben, da sie potenzielle Vorteile bei der Rückbildung der MASLD und eine deutlich geringere Inzidenz unerwünschter leberbezogener Folgen aufweisen. (je)

Autoren: Jang H et al.
Korrespondenz: Won Kim; [email protected]
Studie: Outcomes of Various Classes of Oral Antidiabetic Drugs on Non-alcoholic Fatty Liver Disease
Quelle: JAMA Intern Med 2024;184(4):375–383.
Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2023.8029