Orale Antikoagulation nach erfolgreicher Katheterablation: Beenden oder fortführen?

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Sollten Patienten, bei denen es für mindestens ein Jahr nach einer Katheterablation zu keinem erneuten Auftreten von Vorhofarrhythmien kommt, dennoch weiterhin eine orale Antikoagulation (OAK) erhalten?

Die Ergebnisse der kürzlich vorgestellten randomisierten klinischen Studie ALONE-AF sprechen eher für ein Absetzen der OAK. Publiziert wurden sie zeitgleich zum Jahreskongress der European Society of Cardiology im Fachmagazin „JAMA“.

Abbruch versus Fortführung der OAK-Therapie

An der multizentrischen Studie nahmen 840 Patienten aus 18 Kliniken in Südkorea teil. Ihr Durchschnittsalter lag bei 64±8 Jahren, 24,9 Prozent waren Frauen, der mittlere CHA2DS2 -VASc-Score lag bei 2,1±1,0. 67,6 Prozent unterzogen sich der Katheterablation aufgrund eines paroxysmalen Vorhofflimmerns. Die Patienten wiesen zudem mindestens einen nicht geschlechtsbezo­genen Schlaganfallrisikofaktor auf und hatten ein Jahr oder länger nach der Katheter­ablation kein dokumentiertes Rezidiv einer Vorhofarrhythmie.

Die Intervention bestand 1:1 randomisiert entweder aus einem Abbruch der OAK-Therapie (n=417) oder einer Fortführung mit direkten oralen Antikoagulanzien (n=423). Der primäre Endpunkt war zusammengesetzt aus dem erstmaligen Auftreten von Schlaganfall, systemischer Embolie und schwerer Blutung innerhalb von zwei Jahren. Einzelne Komponenten des primären Endpunkts (wie ischämischer Schlaganfall und schwere Blutung) wurden als sekundäre Endpunkte bewertet.

Absetzen reduziert Risiko für primären Endpunkt

Nach zwei Jahren trat das primäre Ergebnis bei einem Patienten (0,3 %) in der Abbruchgruppe und bei acht Patienten (2,2 %) in der Gruppe mit Fortsetzung der OAK-Therapie auf (absolute Differenz -1,9 Prozentpunkte; 95 %-KI -3,5 bis -0,3; p=0,02). Die kumulative Zwei-Jahres-Inzidenz ischämischer Schlaganfälle betrug 0,3 Prozent in der Gruppe mit Abbruch der OAK-Therapie gegenüber 0,8 Prozent in der Gruppe mit deren Fortsetzung (absolute Differenz -0,5 Prozentpunkte; 95 %-KI -1,6 bis 0,6). Zu schweren Blutungen kam es bei keinem Patienten in der Gruppe mit OAK-Beendigung, aber bei fünf Patienten (1,4 %) in der fort­gesetzten Gruppe (absolute Differenz -1,4 Prozentpunkte; 95 %-KI -2,6 bis -0,2).

(ah/BIERMANN)