Orale Cannabinoide bei therapieresistenten chronischen Schmerzen5. Juli 2023 Foto: © top images – stock.adobe.com Die Ergebnisse einer retrospektiven Real-World-Studie aus Dänemark deuten auf ein günstiges Sicherheitsprofil von oralen Cannabinoiden bei Patienten mit chronischen Schmerzen hin, die auf herkömmliche Analgetika nicht ansprachen oder bei denen nichttolerierbare Nebenwirkungen auftraten. Darüber hinaus profitierten ein Sechstel (Intention-to-Treat) und ein Drittel (Per-Protocol) der Patienten signifikant von einer oralen Cannabinoid-Behandlung. Von den 826 infrage kommenden Patienten im Alter von mindestens 18 Jahren (Durchschnitt 60±15,9 Jahre; 70 % weiblich) wurden 529 (64 %) für die Datenanalyse bei der ersten Nachuntersuchung (F/U1; Median 56 Tage nach Studienbeginn) und 214 (26 %) für die zweite Nachuntersuchung (F/U2; Median 126 Tage nach F/U1) berücksichtigt. Die Daten zu Nebenwirkungen sowie zu Veränderungen der Schmerzintensität anhand der numerischen Bewertungsskala (NRS) wurden vor und nach Beginn der oralen Cannabinoidtherapie analysiert. Die Nebenwirkungen der Therapie stuften 42 Prozent der Patienten bei F/U1 und 34 Prozent bei F/U2 als leicht bis mittelschwer ein. Unerwünschte Wirkungen betrafen hauptsächlich gastrointestinale (F/U1: 17 % und F/U2: 13 %) und nervöse Störungen (F/U1: 14 % und F/U2: 11 %). Die Schmerzintensität gemäß NRS war bei beiden Nachuntersuchungen im Vergleich zum Ausgangswert signifikant reduziert (F/U1: -1,4; F/U2: -1,8; p<0,0001). Eine Kombinationsbehandlung mit Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol bewirkte in der untersuchten Population eine stärkere NRS-Reduktion als die Einzelsubstanzen. Eine klinisch relevante Schmerzreduktion (NRS ≥30 %) wurde bei der Intention-to-treat-Analyse von 17 Prozent der Patienten bei F/U1 und von zehn Prozent der Patienten bei F/U2 berichtet, während die Zahlen bei der Per-Protocol-Analyse 32 bzw. 45 Prozent betrugen. (ah)
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