Orales Mikro- und Mykobiom: Vielversprechender Biomarker für das Pankreaskrebs-Risiko7. April 2026 Foto: © Aldeca Productions/stock.adobe.com Das orale Mikrobiom könnte an der Entstehung von Pankreaskrebs beteiligt sein. Derzeitige Erkenntnisse beschränken sich jedoch auf die Sequenzierung bakterieller 16S-Amplikons sowie kleinere retrospektive Fall-Kontroll-Studien. Nun wurde eine mögliche Assoziation zwischen dem oralen bakteriellen Mikrobiom und Mykobiom und einer späteren Entstehung von Pankreaskrebs bewertet. Die Kohortenstudie basierte auf Daten aus zwei epidemiologischen Kohorten für Krebserkrankungen. Alle Probanden stellten Mundproben zur Verfügung und man bestimmte die Inzidenz von Krebserkrankungen des Pankreas. Das orale bakterielle Mikrobiom und Mykobiom charakterisierten die Forschenden mittels Whole-Genome-Shotgun- beziehungsweise Internal-Transcribed-Spacer-Sequenzierung. Die Korrelation zwischen parodontalen Pathogenen sowie zwischen mikrobiomweiten Bakterien- und Pilz-Taxa und Pankreaskrebs wurde daraufhin ermittelt. Vielversprechender Biomarker für hohes Risiko Auf diesem Weg konnte gezeigt werden, dass orale Bakterien und Pilze signifikante Risikofaktoren für die Entwicklung von Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse darstellen. Daher repräsentiert die orale Mikrobiota den Forschenden zufolge einen vielversprechenden und künftig wichtigen Biomarker zur Identifizierung von Personen mit hohem Risiko für Pankreaskrebs. Von den 122.000 Personen, die Proben zur Verfügung stellten, entwickelten 445 während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8,8 Jahren Bauchspeicheldrüsenkrebs und wurden mit 445 Kontrollpersonen abgeglichen. Von diesen 890 Teilnehmern waren 474 (53,3%) männlich und das mediane Alter betrug 67,2 Jahre. Candida mit erhöhtem Risiko assoziiert Mit einem erhöhten Risiko für Pankreaskrebs waren drei orale bakterielle Parodontalpathogene (Porphyromonas gingivalis, Eubacterium nodatum und Parvimonas micra) assoziiert. Eine mikrobiomweite Analyse ergab acht orale Bakterien, die mit einem verringerten Krebsrisiko korrelierten, sowie 13 orale Bakterien, die mit einem erhöhten Risiko für Pankreaskrebs assoziiert waren (falsch-positiv-korrigierte Q-Statistik <0,05). Bei den Pilzen stand die Gattung Candida mit einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs in Zusammenhang. Der mikrobiotische Risiko-Score (MRS), basierend auf insgesamt 27 oralen Spezies, korrelierte mit einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (multivariate OR pro 1-SD-Anstieg des MRS 3,44; 95 %-KI 2,63–4,51). (je)
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