Neuer oraler GLP-1-Rezeptoragonist verbessert Blutzuckerkontrolle und Körpergewicht18. Juni 2026 Symbolbild: Anna Hoychuk/stock.adobe.com Der neue orale GLP-1-Rezeptoragonist Elecoglipron hat bei Menschen mit Typ-2-Diabetes beziehungsweise Adipositas signifikante Effekte sowohl auf die HbA1c-Werte als auch das Körpergewicht erzielt, wie zwei Phase-IIb-Studien zeigen. Die Ergebnisse wurden Anfang Juni auf den Scientific Sessions 2026 der American Diabetes Association (ADA) in New Orleans (USA) vorgestellt. Beide Studien wurden zeitgleich in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass der Wirkstoff das Spektrum oraler Therapieoptionen bei Typ-2-Diabetes und Adipositas erweitern könnte. HbA1c-Senkung um bis zu 1,9 Prozentpunkte An der randomisierten, doppelblinden SOLSTICE-Studie nahmen 404 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und unzureichender glykämischer Kontrolle teil (HbA1c 7,0–10,5 %). Über 26 Wochen erhielten die Probanden einmal täglich Elecoglipron in unterschiedlichen Dosierungen (5 bis 75 mg), Placebo oder orales Semaglutid (14 mg). Unter der höchsten geprüften Dosis von 75 mg sank der HbA1c-Wert im Mittel um 1,9 Prozentpunkte gegenüber 0,2 Prozentpunkten unter Placebo. Gleichzeitig erreichten 90 Prozent der Teilnehmenden einen HbA1c-Wert von unter 7 %, 85 Prozent lagen sogar bei höchstens 6,5 %. Das Körpergewicht reduzierte sich unter 75 mg Elecoglipron um durchschnittlich 7,7 Prozent, verglichen mit 1,7 Prozent unter Placebo. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass niedermolekulare GLP-1-Rezeptoragonisten eine wichtige neue Behandlungsoption für Menschen mit Typ-2-Diabetes und damit verbundenen metabolischen Erkrankungen darstellen könnten“, betont Studienleiterin Vanita R. Aroda. Elecoglipron könne daher künftig eine zusätzliche Behandlungsoption für Menschen mit Typ-2-Diabetes und anderen metabolischen Erkrankungen darstellen. Relevante Gewichtsreduktion nach 36 Wochen In die randomisierte, doppelblinde VISTA-Studie wurden 310 Erwachsene mit Adipositas (BMI ≥30 kg/m²) oder Übergewicht (BMI ≥27 kg/m²) eingeschlossen. Sie hatten mindestens eine gewichtsassoziierte Begleiterkrankung, jedoch keinen Typ-2-Diabetes. Auch hier erhielten die Teilnehmenden einmal täglich Elecoglipron in unterschiedlichen Dosierungen (5 bis 75 mg) oder Placebo. Primärer Endpunkt war die Gewichtsveränderung nach 26 Wochen. In der wirksamsten Dosierungsgruppe (75 mg mit wöchentlicher Auftitration) betrug die durchschnittliche Gewichtsabnahme nach 26 Wochen 10,5 Prozent, verglichen mit 0,6 Prozent unter Placebo. Nach 36 Wochen lag die durchschnittliche Gewichtsreduktion bei 11,8 Prozent, während die Placebogruppe lediglich 0,3 Prozent ihres Ausgangsgewichts verlor. Darüber hinaus verbesserten sich unter Elecoglipron verschiedene kardiometabolische Risikofaktoren, darunter Blutdruck und Konzentrationen des C-reaktiven Proteins (CRP). „Wir wissen, wie wichtig es ist, das kardiovaskuläre Risiko bei Menschen mit Adipositas zu verringern. Unsere Studie zeigt, wie Elecoglipron dazu beitragen kann, nicht nur eine Gewichtsreduktion zu erreichen, sondern auch weitergehende adipositasbedingte Gesundheitsrisiken zu adressieren“, resümiert Studienleiterin Melanie Davies. Phase-III-Studien in Vorbereitung Mit Elecoglipron ist neben Orforglipron damit ein weiterer niedermolekularer, oraler GLP-1-Rezeptoragonist in der Pipeline. Für Orforglipron liegen bereits vielversprechende Phase-III-Studiendaten vor. Ob Elecoglipron in Sachen Blutzuckerkontrolle und Gewichtsverlust hier mithalten kann, wird sich also erst noch zeigen. Nach Angabe der Autor:innen beider Studien sind Phase-3-Studien derzeit schon in Vorbereitung, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Elecoglipron in größeren und heterogeneren Populationen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas zu untersuchen. (mkl/BIERMANN)
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