Paracelsus-Medaille für Joachim Grifka13. Mai 2026 Joachim Grifka (l.) erhält in Hannover die Paracelsus-Medaille, die höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, aus den Händen des Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt (r.). Foto: Nicola Grifka Die Bundesärztekammer (BÄK) hat Prof. Joachim Grifka ehemaliger Direktor der orthopädischen Universitätsklinik und Leiter der Forschungsstelle Orthopädie und Ergonomie an der OTH Regensburg, am 12. Mai die Paracelsus-Medaille verliehen. Die BÄK würdigt Grifka als „einen der prägenden Vertreter der modernen Orthopädie“. Er war maßgeblich an der Zusammenführung der Fachgebiete Orthopädie und Unfallchirurgie beteiligt und Gründungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Seine Lehrbücher und wissenschaftlichen Arbeiten sind fester Bestandteil der Ausbildung vieler Ärztinnen und Ärzte. Grifka: Hat Entwicklung der Orthopädie mitgeprägt Der Mediziner hat über Jahrzehnte die Entwicklung der Orthopädie in Deutschland mitgeprägt. Neben seinen Verdiensten um schonende Operationsverfahren zeichnet ihn eine konsequent patientenorientierte Behandlungsstrategie aus. Die Auszeichnung ehrt insbesondere ein ärztliches Wirken, das das Wohl der Patientinnen und Patienten stets in den Mittelpunkt stellt und die Gewinnmaximierung auch gegen erhebliche Widerstände in die Schranken weist. Dabei hat die Auszeichnung auch regionale Bedeutung, wie die OTH Regensburg in einer Mitteilung betonte. Grifka ist nach über 70 Jahren der erste Arzt aus Regensburg und Umgebung, der diese Auszeichnung erhielt. Die Paracelsus-Medaille wird seit 1952 verliehen und steht in der Tradition herausragender Mediziner wie Albert Schweitzer. Sie würdigt Persönlichkeiten der Ärzteschaft, die sich in besonderer Weise um Medizin und ärztliches Ethos verdient gemacht haben. Für Grifka ist ein künstliches Gelenk stets die „Ultima Ratio“. Mit innovativen Knorpelbehandlungen und Wirbelsäulentherapien ermöglicht er es Patientinnen und Patienten häufig, eine Operation hinauszuzögern und ganz zu vermeiden. Ist ein Eingriff unumgänglich, setzt Grifka auf gezielte Vorbereitung und besonders schonende Operationsverfahren. Als Wegbereiter der Prähabilitation entwickelte er Konzepte, die Menschen körperlich und mental auf eine Operation vorbereiten. Forschung und Zukunftsprojekte an der OTH Regensburg Auch nach seiner Emeritierung bleibt Grifka wissenschaftlich aktiv. Seit 2024 leitet er die Forschungsstelle Orthopädie und Ergonomie an der OTH Regensburg. Gemeinsam mit Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftlern und Bioingenieurinnen und Bioingenieuren entwickelt er dort neue Konzepte zur Prävention und Behandlung orthopädischer Erkrankungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der konservativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen, um Wirbelsäulenoperationen möglichst zu vermeiden. Weitere Projekte beschäftigen sich mit ergonomischem Arbeiten im Homeoffice sowie mit Programmen zur Rückengesundheit von Kindern und Jugendlichen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit engagierte sich der diesjährige Preisträger der Paracelsus-Medaille über Jahrzehnte auch in der ärztlichen Selbstverwaltung und Gesundheitspolitik. Sein Wirken wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande sowie der Aufnahme in die Leopoldina gewürdigt.
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