Zi: Hausarzt-Facharzt-Vermittlung sichert schnellen Zugang zur Versorgung

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Laut Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) sorgt die Hausarzt-Facharzt-Vermittlung über die Terminservicestellen für schnelle Termine in dringenden Fällen. 62 Prozent der so vermittelten Termine fanden innerhalb von vier Tagen statt.

Wie das Zi hervorhob zeige die aktuelle Datenauswertung, dass die Instrumente der strukturierten Terminvermittlung werden gezielt eingesetzt würden und einen wichtigen Beitrag zur effizienten Steuerung im ambulanten System leisteten.

Dem Zi zufolge wurden im Zeitraum vom vierten Quartal 2024 bis zum dritten Quartal 2025 rund 4,5 Millionen Fälle von Hausarzt-Facharzt-Vermittlung sowie etwa 1,5 Millionen Vermittlungen über die Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen registriert. Dabei zeigt sich eine hohe Wirksamkeit, das heißt eine gezielte Steuerung auf dringende Fälle. Rund 62 Prozent der über Hausärzte vermittelten Facharzttermine konnten innerhalb von vier Tagen vereinbart werden. In einzelnen Fachgruppen – etwa bei HNO-Ärzten, Chirurgen, Gynäkologen und Urologen – lag dieser Anteil sogar bei 70 bis 80 Prozent.

Auch Terminservicestellen tragen zur schnellen Versorgung bei

Auch die Terminservicestellen tragen wesentlich zur schnellen Versorgung bei, so die Einschätzung des Zi. Dessen Analyse zufolge wurden 47 Prozent der TSS-Termine innerhalb von vier Tagen vermittelt, 75 Prozent innerhalb von 14 Tagen. Für das Zi belegen die Daten, dass Hausarzt-Facharzt-Vermittlung und TSS ihrem gesetzlichen Auftrag gemäß vor allem bei dringenden Behandlungsanlässen eingesetzt werden. Lediglich 0,8 Prozent aller vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Behandlungsfälle entfallen auf Hausarzt-Facharzt-Vermittlung, 0,3 Prozent auf TSS-Vermittlungen.

Gleichzeitig zeige das Leistungsspektrum, dass diese Fälle medizinisch komplexer sind, so das Zi. In zentralen Fachgruppen wie HNO, Orthopädie und Kardiologie ist der Anteil diagnostischer Leistungen bei Hausarzt-Facharzt-Vermittlung und TSS-Fällen deutlich höher als bei regulären Überweisungen – und nochmals höher als bei Fällen ohne Überweisung. Hausarzt-Facharzt-Vermittlung erreicht gezielt Patienten mit erhöhtem Versorgungsbedarf. Laut Analyse sind diese im Durchschnitt älter, haben mehr Behandlungstage und konsultieren mehr Ärzte als Patienten mit regulären Überweisungen. Dies spreche dafür, dass die strukturierte Vermittlung insbesondere bei komplexeren Krankheitsverläufen eingesetzt werde, wie das Zi in einer Mitteilung schreibt.

Hausarzt-Facharzt-Vermittlung: Hauptsächlich für stark nachgefragte Fachrichtungen

Ein Großteil der Hausarztvermittlungen entfällt auf stark nachgefragte Fachrichtungen wie HNO, Orthopädie und Kardiologie. Gerade in diesen Bereichen trage Hausarzt-Facharzt-Vermittlung „maßgeblich dazu bei, Versorgungsspitzen abzufedern“, heißt es weiter. Die Analyse zeigt für die Terminservicestellen Schwerpunkte unter anderem in der Radiologie sowie in der psychotherapeutischen Versorgung.

Vor dem Hintergrund des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, das die Vergütungszuschläge für Hausarztvermittlungsfälle und TSS-Vermittlungen abschaffen will, sieht das Zi die Gefahr, dass ein wirksames Steuerungsinstrument geschwächt wird: „Unsere Daten zeigen eindeutig: Die Hausarzt-Facharzt-Vermittlung und die Vermittlung über die Terminservicestellenlenken die bestehende Nachfrage von Patienten mit einem erhöhten Versorgungs- und Steuerungsbedarf in medizinisch sinnvoller Weise. Beide Instrumente werden in begrenztem Umfang gezielt für Patienten mit dringendem und oft komplexem Behandlungsbedarf eingesetzt. Die geplante Abschaffung der Vergütungszuschläge würde daher genau jene Patienten treffen, die besonders auf eine rasche und koordinierte Versorgung angewiesen sind“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

„Wirksame Steuerungsinstrumente weiterentwickeln, nicht abwickeln“

Auch die wiederholte und nicht substanziell belegte Kritik des Bundesrechnungshofs, die extrabudgetäre Vergütung sei ohne wirksame Steuerungseffekte für die Patientenversorgung zuletzt über die Maßen ausgeweitet worden, sei in Anbetracht der aktuell vom Zi analysierten Versorgungsrealität nicht nachvollziehbar, so von Stillfried. Das Gleiche gelte für die pauschale Kritik der Finanzkommission, die Instrumente hätten sich nicht in einer Verbesserung der durchschnittlichen Wartezeit niedergeschlagen.

„Kurzum: Wer hier kürzt, riskiert längere Wartezeiten und eine Verschlechterung der Versorgungsqualität. Die gesundheitspolitische Zielsetzung der Bundesregierung sollte darin bestehen, wirksame Steuerungsinstrumente weiterzuentwickeln und nicht abzuwickeln. Gerade vor dem Hintergrund steigender Versorgungsbedarfe und begrenzter Kapazitäten ist eine koordinierte Patientensteuerung unverzichtbar“, forderte von Stillfried.