Parodontitis und Herzinfarkt-Prognose: Neue Rolle von Neutrophilen entdeckt2. Oktober 2025 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) Patienten mit Parodontitis neigen zur Entwicklung eines Myokardinfarktes (MI), jedoch sind Prognose und zugrundeliegende Mechanismen bislang unklar. Eine Studie aus China deutet nun auf eine bislang unentdeckte Rolle von Neutrophilen in der Wechselwirkung zwischen Parodontitis und MI. Die chinesischen Forscher um die beiden Studienleiter Yao Sun und Yaozu Xiang von der Tongji University untersuchten 3 prospektive Kohorten sowie ein Mausmodell für Parodontitis und MI, um den Einfluss von Parodontitis auf die MI-Prognose zu bewerten. Zur Identifikation involvierter Neutrophilen-Subtypen kamen Single-Cell-RNA-Sequenzierung und genomweite Assoziationsanalysen (GWAS) zum Einsatz. Wang et al. charakterisierten die Funktion SiglecF+-Neutrophiler mittels Knochenmarktransplantation, Edu-Pulse-Chasing, Lineage-Tracing und Kollagenkontraktionsassay. Zusätzlich verwendeten sie adoptive Neutrophilentransfers, konditionelle SiglecF-Knockout-Modelle und lipidhaltige Nanopartikel zur lokalen Depletion von SiglecF+-Neutrophilen, um deren Rolle bei der postinfarktiven Heilung zu ermitteln. Die Forscher entdeckten, dass langfristige, nicht jedoch kurzzeitige Parodontitis die Prognose nach MI sowohl hinsichtlich kardialer Fibrose als auch Funktion verschlechterte – in Human- und Mausmodellen. Neutrophile aus dem Knochenmark parodontal erkrankter Individuen waren intrinsisch in Richtung langlebiger SiglecF+-Neutrophilen differenziert. Diese Subpopulation wurde durch GM-CSF oder TGFb in einem PPARg-abhängigen Mechanismus induziert. SiglecF+-Neutrophile waren im Infarktgewebe von Tieren mit Parodontitis verstärkt vertreten, lagerten dort Kollagen ein und aktivierten Fibroblasten, was eine übermäßige Fibrose initiierte. Die gezielte Depletion dieser Zellen reduzierte die Fibroselast deutlich. Fazit In der Studie zeigt sich, dass chronische Parodontitis die Prognose nach MI durch Expansion von narbenassoziierten SiglecF+-Neutrophilen im Herzgewebe verschlechtert, resümieren die Forscher im „European Heart Journal“. Weiter betonen sie, ihre Studie unterstreiche die klinische Bedeutung einer umfassenden kardiovaskulären Therapie, die auch die orale Gesundheit systematisch berücksichtigt. (ah) Autoren: Wang X et al. Korrespondenz: Yao Sun; [email protected] Studie: Periodontitis-related myocardial fibrosis by expansion of collagenproducing SiglecF+ neutrophils Quelle: Eur Heart J 2025;46(23):2223–2238. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaf049
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