Passivrauch kann krebserregendes Cadmium im Körper hinterlassen

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Eine neue Studie aus den USA zeigt, dass das Blut erwachsener Passivraucher eine etwa 1,5-mal höhere Menge des Giftstoffes Cadmium aufweist, als dies bei Menschen der Fall ist, die sich üblicherweise in rauchfreien Umgebungen aufhalten.

„Wir wussten, dass Zigarettenrauch den Menschen Cadmium aussetzt, aber bis jetzt war der Zusammenhang mit Passivrauchen nicht bekannt“, erklärt Nandita Sarker, Doktorandin am Department of Environmental and Occupational Health der School of Public Health an der Texas A&M University. Die Erstautorin der Studie ergänzt: „Dies ist eine wichtige Information, da sich Cadmium im Laufe der Zeit im Körper anreichert und ein Risikofaktor für Nieren-, Lungen- und Prostatakrebs ist.“

Cadmium, so heißt es in einer Mitteilung der Texas A&M University anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Forschungsarbeit, sei nicht nur eine bekannte Krebsursache, sondern könne auch zu Nierenversagen, Osteoporose sowie chronischen Atemwegsproblemen wie Bronchitis und Asthma führen.

Für ihre Querschnittstudie, die die Wissenschaftler im Journal „Biological Trace Element Research“ veröffentlichten, werteten sie die Cadmiumwerte im Blut und Urin von 1380 Kindern und Jugendlichen sowie von 3686 Erwachsenen aus. Dies geschah auf der Basis nationaler Gesundheitsdaten aus den Jahren 2015 bis 2020. Um eine Exposition gegenüber Tabakrauch zu bestimmen, ermittelte man die Cadmium- und Nikotinwerte (gemessen als Cotinin) im Körper der Probanden und teilten sie in die Kategorien „keine Belastung“, „geringe Belastung“, „starke Belastung“ und „aktives Rauchen“ ein.

Es wurden sowohl Blut als auch Urin untersucht, da Blut ein sehr effektives Mittel zur Bestimmung einer kürzlichen Cadmiumbelastung ist, während die Nieren Cadmium bis zu 30 Jahre lang speichern, wodurch der Urin einen genauen Aufschluss über eine langfristige Cadmiumansammlung gibt.

Unterschiedliche Folgen einer Exposition gegenüber Passivrauch bei Erwachsenen und Kindern

Anhand statistischer Analysen stellten die Forschenden Folgendes fest: Je stärker Erwachsene Tabakrauch ausgesetzt waren, desto höher war ihr Cadmiumspiegel im Blut. Aktive Raucher wiesen mehr als dreimal so viel Cadmium im Blut auf wie Nichtraucher, während bei Personen mit hoher Passivrauch-Exposition etwa 1,5-mal höhere Werte aufwiesen.

Bei Kindern und Jugendlichen veränderten sich die Cadmiumwerte nicht signifikant in Abhängigkeit von der Rauchbelastung. Der Unterschied zu Erwachsenen könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Cadmiumspiegel mit dem Alter natürlicherweise ansteigt, da sich das Metall im Laufe des Lebens in den Nieren anreichert und die Nieren mit zunehmendem Alter weniger effizient bei dessen Ausscheidung arbeiten.

„Kurz gesagt: Das Einatmen von Zigarettenrauch – sei es durch aktives Rauchen oder Passivrauchen – erhöht bei Erwachsenen die Konzentration des giftigen Metalls Cadmium erheblich“, erklärt Sarker.

Weitere Faktoren: Biologisches Geschlecht und sozioökonomische Faktoren

Auch das biologische Geschlecht spielt offenbar eine Rolle. Über alle Altersgruppen hinweg wiesen Frauen durchgehend höhere Cadmiumwerte auf als Männer. Dieser Unterschied ist laut den Wissenschaftlern auf grundlegende biologische Faktoren zurückzuführen: Der weibliche Verdauungstrakt nimmt Cadmium von Natur aus wesentlich effizienter auf als der männliche. Dies gelte insbesondere während starker hormoneller Umstellungen wie Menstruation, Schwangerschaft und Wechseljahren, erklären die Studienautoren.

Darüber hinaus ergaben die Analysen, dass Menschen, die einer ethnischen Minderheit angehören, ein geringeres Einkommen haben oder über einen niedrigeren Bildungsstand verfügen, einer deutlich höheren Cadmiumbelastung ausgesetzt sind. „Dieses Ungleichgewicht lässt sich nicht allein durch Rauchgewohnheiten erklären, sondern ist wahrscheinlich das Ergebnis umfassenderer sozialer, umweltbedingter und finanzieller Ungleichheiten“, vermutet Sarker. „In diesen Fällen stammt das Cadmium typischerweise aus dicht belegten Mehrfamilienhäusern, in denen sich Rauch über gemeinsame Lüftungssysteme ausbreitet, oder aus Lebensmitteln, Böden und Verkehrsabgasen.“ Die Forscherin weist in diesen Zusammenhang darauf hin, dass Menschen mit geringerem Bildungsstand oft nur begrenzten Zugang zu Gesundheitsinformationen und Warnhinweisen hätten, was die Teilnahme an Programmen zur Raucherentwöhnung erschwere.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Passivrauchen zur langfristigen Anreicherung von Cadmium beitragen kann – einem giftigen Metall, das mit Krebs und anderen chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht wird“, stellt Taehyun Roh vom Institut für Epidemiologie und Biostatistik fest. Er leitete die Studie. „Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Menschen vor Tabakrauch zu schützen – nicht nur im Hinblick auf die Gesundheit der Atemwege, sondern auch, um die Belastung durch schädliche Umweltschadstoffe zu verringern, die sich im Laufe der Zeit im Körper anreichern können.“

Einschränkung: Cotinin nur in kleinem Zeitfenster messbar

Sarker merkt an, dass zwar der Umfang der Studie, die objektiven Messungen und die Berücksichtigung demografischer Variablen für präzise Ergebnisse sorgten, dennoch einige Einschränkungen bestehen blieben. „Cotinin verbleibt nur etwa 15 bis 20 Stunden im menschlichen Körper. Aufgrund dieses kurzen Zeitfensters kann ein einzelner Labortest weder zwischen einer Person, die gerade einen stark verrauchten Raum verlassen hat, und einem gelegentlichen aktiven Raucher unterscheiden, noch lässt sich damit die Cadmiumaufnahme über die Nahrung über mehrere Jahrzehnte hinweg nachverfolgen“, verdeutlicht Sarker. „Folgestudien, die Menschen über längere Zeiträume hinweg beobachten, werden weitere Aufschlüsse über Ursache und Wirkung liefern.“