Patientenbedürfnisse bei Psoriasis: Alter und Geschlecht machen den Unterschied29. Mai 2019 © Atstock Productions – Adobe Stock Obwohl Patientenbedürfnisse eine wesentliche Triebkraft bei der Therapiewahl darstellen, werden diese in der Routinebehandlung nur selten systematisch untersucht. Im Rahmen einer Studie zur Analyse von Bedürfnissen und Erwartungen an Psoriasis Erkrankter, hat ein Autorenteam der Universitäts-Hautklinik Zürich die Register PsoBest und Swiss Dermatology Network of Targeted Therapies (SDNTT) im Hinblick auf Therapiewahl, Geschlecht und Alter durchsucht. In diesen Registern werden die Patienten ausgeführt, die zum ersten Mal eine systemische Behandlung erfahren. Über einen Zeitraum von 10 Jahren werden die klinischen Ergebnisse (PASI, Body Surface Area [BAS]) sowie die von den Patienten berichteten Resultate dokumentiert (inklusive Dermatology Quality of Life Index [DLQI] und Patient Benefit Index [PBI]). Der analysierte Datensatz umfasste 4894 Patienten aus PsoBest und 449 aus dem SDNTT; die durchschnittliche Dauer des Follow-Ups betrug 7,5 Monate. Von den insgesamt 5343 Patienten (Registrierung zwischen 2008 und 2016) waren 59,6 % Männer; das Durchschnittsalter betrug 47,6 Jahre ± 14,5 Jahre (PASI 14,2 ± 9,7, BSA 22,7 ± 19,7, DLQI 11,3 ± 7,2). Die dringlichsten Patientenbedürfnisse waren ‚so schnell wie möglich ein besseres Hautbild erreichen‘ und ‚von allen Hautirritationen befreit zu werden‘. Eine Subgruppenanalyse gemäß dem Alter ergab signifikante Unterschiede hinsichtlich der Bedürfnisse: Patienten unter 65 Jahren war die Beseitigung sozialer Einschränkungen besonders wichtig. Patienten über 65 Jahren war mehr an einem ungestörten Schlaf, der Unabhängigkeit von Arztkonsultationen, geringeren Nebenwirkungen und Vertrauen in die Therapie gelegen. Von 25 Punkten, die sich auf die Patientenbedürfnisse beziehen, wurden 20 signifikant häufiger von Frauen als von Männern als besonders wichtig gewertet; die größten Differenzen zeigten sich bei den Punkten Depressivität, Schlafqualität und Tagesproduktivität. Unterteilt nach Behandlungsmethoden, wurden die Bedürfnisse unterschiedlich gewertet, wobei individualisierten und Target-Therapien der Vorzug gegeben wurde. Die spezifischen Ergebnisse der Studie können dabei helfen, einen optimierten personalisierten Behandlungsweg zu wählen. (am)
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