Patientenschutz: Neue Vorgaben fürs Röntgen2. Februar 2023 © Gorodenkoff – stock.adobe.com (Symbolbild) Um die Strahlenexposition für Patienten möglichst zu begrenzen, legt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) regelmäßig diagnostische Referenzwerte für besonders häufige oder auch dosisintensive Röntgenanwendungen fest. Das BfS hat diese Werte nun erneut deutlich gesenkt: im Mittel um 15%. Dosis-Referenzwerte dienen der Optimierung der angewendeten Verfahren. Ärzte, die bei Untersuchungen und Eingriffen Röntgenstrahlung einsetzen, müssen diese Referenzwerte verbindlich einhalten, wobei begründete Überschreitungen in Einzelfällen zulässig sind, zum Beispiel bei korpulenten Patienten. Die aktualisierten Werte wurden im Bundesanzeiger veröffentlicht. „Fortschritte in der Medizintechnik haben die Verfahren so verbessert, dass die Strahlenbelastung pro Untersuchung seit Jahren sinkt. Die neuen, niedrigeren Referenzwerte tragen dieser Entwicklung Rechnung. Sie sind ein Beitrag, um den hohen Standard des Strahlenschutzes in der Medizin in Deutschland weiter zu verbessern“, sagt die Präsidentin des BfS, Inge Paulini. Basis für die regelmäßige Fortschreibung von Referenzwerten sind Daten der Ärztlichen Stellen, die die Einhaltung der Werte bei Betreibern von Röntgenanlagen überwachen. Daten aus Studien, insbesondere zu neuen Verfahren, fließen ebenfalls ein. Mit der Aktualisierung hat das BfS 13 neue Referenzwerte für Röntgenanwendungen eingeführt, die bislang noch nicht berücksichtigt wurden. Ein Beispiel ist die sogenannte Tomosynthese, manchmal auch als 3-D-Mammographie bezeichnet, zur Untersuchung der weiblichen Brust. Deren Anwendung, etwa zur Abklärung auffälliger Befunde, hat in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der neue Referenzwert soll den Schutz der Patientinnen bei dem Verfahren weiterentwickeln. Auf Referenzwerte für Röntgenanwendungen, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und nur noch in speziellen Ausnahmefällen angewendet werden sollten, wurde in der neuen Fassung verzichtet. Strahlenanwendungen in der Medizin liefern den mit Abstand größten Beitrag zur zivilisatorischen Strahlenbelastung. Im europäischen Vergleich werden in Deutschland im Mittel zwar verhältnismäßig niedrige Strahlendosen pro Untersuchung verwendet. Allerdings ist die Zahl der Untersuchungen hoch. Nach Auswertungen des BfS werden hierzulande pro Jahr etwa 130 Millionen Röntgenuntersuchungen durchgeführt, im Mittel etwa 1,6 pro Einwohner und Jahr. Die aktualisierten diagnostischen Referenzwerte sind auf der Internetseite des BfS zu finden: www.bfs.de/diagnostische-referenzwerte Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, 02.02.2023
Mehr erfahren zu: "Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen" Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen Nach einer Infektion kann das Ebola-Virus monate- bis jahrelang unbemerkt im menschlichen Körper überleben, unter anderem im Zentralen Nervensystem. Mithilfe von Hirnorganoiden haben Forschende nun wertvolle Einblicke in die Mechanismen […]
Mehr erfahren zu: "Künstliche Intelligenz kann patientenrelevante Erfolge einer Behandlung vorhersagen" Künstliche Intelligenz kann patientenrelevante Erfolge einer Behandlung vorhersagen Forschende des Universitätsklinikums Tübingen haben am Beispiel der Tiefen Hirnstimulation bei Parkinson gezeigt, dass Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, patientenrelevante Therapieerfolge wie verbesserte Alltagsfunktionen besser vorherzusagen.
Mehr erfahren zu: "Millionenförderung für die Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie" Millionenförderung für die Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie Ein Transatlantisches Exzellenznetzwerk, an dem auch eine Forschungsgruppe der Universitätsmedizin Magdeburg beteiligt ist, erhält acht Millionen Euro Förderung zur Erforschung einer häufig übersehenen Gefäßerkrankung.