PEI: Aluminiumbelastung durch subkutane Immuntherapie ist tolerabel8. Mai 2026 Subkutane Allergie-Immuntherapeutika enthalten Aluminium, dessen Wirkung auf den Organismus immer wieder diskutiert wird. (Foto: © HENADZY – stock.adobe.com) Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Sicherheit von aluminiumhaltigen Adjuvanzien in Therapieallergenen zusammengefasst. Es kommt zu dem Schluss, dass der Beitrag einer einzelnen Immuntherapie zur lebenslangen Akkumulation von Aluminium im Organismus vernachlässigbar ist. Die Verwendung von Aluminiumhydroxid als Adjuvans in Produkten zur subkutanen Allergen-Immuntherapie (AIT) ist seit vielen Jahrzehnten etabliert. Die Antigene sind dabei an schwerlösliches Aluminiumhydroxid adsorbiert. Die Adjuvanzien verstärken die immunologische Wirkung dieser Allergene und wirken als Depot. Somit trage der Einsatz von Adjuvanzien zum therapeutischen Erfolg und der Verträglichkeit dieser Arzneimittel wesentlich bei, erklärte das PEI. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Aufnahme von Aluminium (Al) aus Therapieallergenen wird immer wieder kritisch hinterfragt. „Die Bedenken werden durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen zu Untersuchungen an Tieren gestützt, die allerdings kein schlüssiges Bild zulassen, da sie beispielsweise sehr hohe Aluminiumexpositionen beinhalten oder methodisch fragwürdig sind“, heißt es in der Risikobewertung des Instituts. Vielmehr seien keine klinischen Daten bekannt, die eine Gefährdung von Kindern oder Erwachsenen durch eine subkutane AIT mit aluminiumhaltigen Adjuvanzien gezeigt hätten, so das PEI weiter. Eine einzelne subkutane Immuntherapie ist tolerabel Um sicherzustellen, dass durch zukünftige Änderungen von Impf- beziehungsweise Therapieschemata die Al-Belastung im Menschen nach Anwendung dieser Arzneimittel kritische Werte nicht überschreitet, haben Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojekts am PEI ein Physiologie-basiertes Modell zur Vorhersage der Aluminiumbelastung nach Verabreichung von aluminiumhaltigen Adjuvanzien beim Menschen entwickelt und validiert. Der mit diesem Modell vorhergesagte Anstieg der Aluminiumkonzentrationen in Plasma und Geweben während einer einzelnen subkutanen AIT-Behandlung über fünf Jahre wurde in allen Altersgruppen (≥5 Jahre) im Vergleich zur Al-Aufnahme durch Nahrung als tolerabel eingeschätzt. Der berechnete Beitrag der einmaligen Verabreichung eines aluminiumhaltigen Therapieallergens zur lebenslangen Akkumulation von Aluminium im Organismus wurde als vernachlässigbar eingestuft. Bei gleichzeitiger Behandlung mit mehreren Allergenpräparaten und/oder bei Verlängerung der Therapie bis hin zu einer lebenslangen Anwendung, wie sie in speziellen Fällen bei Insektengiftallergien vorkommen kann, sei jedoch von einer erhöhten Al-Belastung auszugehen, erklärte das PEI.
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