Perinatale Suizidgedanken: Kurze psychotherapeutische Intervention kann Prävention unterstützen

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Laut einer neuen Studie könnte bei Frauen, die im Rahmen ihrer Schwangerschaft Suizidgedanken (SI) haben, eine kurzen Verhaltensaktivierungspsychotherapie (BA) ein evidenzbasierter, skalierbarer Ansatz zur Prävention sein.

Selbstmord ist eine der häufigsten Ursachen für den postpartalen Tod von Müttern. Ein Team von US-amerikanischen und kanadischen Forschern wollte daher feststellen, ob sich die Wahrscheinlichkeit der Befürwortung von Suizidgedanken (SI) während einer kurzen Verhaltensaktivierungspsychotherapie (BA) bei perinataler Depression unabhängig vom behandelnden Arzt oder der Art der Entbindung verändert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „JAMA Psychiatry“ veröffentlicht.

Sekundäranalyse der SUMMIT-Studie

Die neue Studie ist eine Sekundäranalyse der multizentrischen, nicht unterlegenen, vierarmigen randomisierten klinischen Studie namens SUMMIT (Scaling Up Maternal Mental Health Care by Increasing Access to Treatment). SUMMIT verglich Ärzte (Nichtspezialist vs. Spezialist) und Modalitäten (Telemedizin vs. persönlich) bei der Durchführung von BA. Die Teilnehmer wurden von Januar 2020 bis Oktober 2023 rekrutiert.

Die Studie wurde an universitätsnahen Netzwerken in Chicago, Illinois (USA); Chapel Hill, North Carolina (USA); und Toronto (Kanada) durchgeführt. Schwangere (≤36 Wochen) und postpartale (4-30 Wochen) Erwachsene mit depressiven Symptomen (Edinburgh Postnatal Depression Scale [EPDS]-Score ≥10) wurden eingeschlossen. Sekundärdatenanalysen wurden im November 2024 durchgeführt. Eine manualisierte perinatale BA-Intervention mit sechs bis acht Sitzungen, die wöchentlich durchgeführt wird.

Das primäre Ergebnis der Sekundäranalyse war SI, gemessen anhand des EPDS-Punkts 10, der wöchentlich und drei Monate nach der Randomisierung beurteilt wurde. Auf die SI-Bestätigungen folgte die Columbia Suicide Severity Rating Scale (C-SSRS) zur weiteren Sicherheitsbewertung. Insgesamt wurden 1230 schwangere und postpartale Erwachsene in die Sekundäranalyse aufgenommen, von denen 1117 mindestens eine Behandlungssitzung absolvierten und mindestens eine Woche lang EPDS-Daten lieferten. Sie wurden daher in die vorliegende Studie aufgenommen. Von den 1117 eingeschlossenen Teilnehmerinnen befürworteten 23,6 Prozent SI während der Behandlung. Das Durchschnittsalter betrug 33,4 Jahre.

Bis zu 25 Prozent geringeres Risiko

Kumulative Link-Mixed-Modelle zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, SI zu befürworten, mit jeder zusätzlichen Behandlungssitzung um 25 Prozent sank. Die Wahrscheinlichkeit, SI zu befürworten, sank drei Monate nach der Randomisierung im Vergleich zu jedem anderen Zeitpunkt während der Behandlung um 80 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit, SI zu befürworten, unterschied sich nicht zwischen Arzttyp (Nichtspezialist vs. Spezialist) oder Modalität (Telemedizin vs. persönlich). Anpassungstests zeigten zudem, dass die Teilnehmer zu Beginn der Behandlung im C-SSRS signifikant häufiger Suizidgedanken bekundeten als zu jedem anderen Zeitpunkt.

„In dieser Sekundäranalyse der randomisierten klinischen Nichtunterlegenheitsstudie SUMMIT nahm die Wahrscheinlichkeit, SI zu befürworten, im Verlauf einer kurzen BA-Psychotherapie bei perinataler Depression und am deutlichsten drei Monate nach der Randomisierung ab, unabhängig von Arzt oder Entbindungsart“, resümieren die Autoren.

(ri/BIERMANN)