Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel – Zum Schutz von Tier und Mensch

(Symbolbild) Foto: Justyna – stock.adobe.com

Im „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ berichtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln. Im Jahr 2025 gingen 4.858 Meldungen ein.

Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen. Das BVL weist darauf hin, dass Meldungen aus der Tierärzteschaft entscheidend dazu beitragen, Tierarzneimittel sicherer zu machen.

Meldungen sind essenziell für Sicherheit von Tierarzneimitteln

„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“

Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.

Hormonpräparate führen die Liste an – gefolgt von Antiparasitika

Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück. An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.

In zwei Prozent der gemeldeten Fälle lagen unerwünschte Ereignisse bei Menschen im Zusammenhang mit Tierarzneimitteln vor. Bei 91 Prozent dieser knapp 100 Fälle haben sich Menschen unbeabsichtigt Tierarzneimitteln ausgesetzt, beispielsweise durch die versehentliche Einnahme von Tabletten.

Etwa 80 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten unerwünschten Ereignisse bei Menschen wurden direkt vom BVL erfasst. Diese Meldungen erhielt das BVL größtenteils über Kooperationen mit Giftinformationszentren der Humanmedizin.

Hintergrund

Die Meldungen zu unerwünschten Ereignissen nach der Gabe von Tierarzneimitteln werden in der Pharmakovigilanz-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erfasst und stehen für weitere Analysen im Rahmen eines Signalmanagements zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der mögliche Tierarzneimittelrisiken für Tier, Mensch und Umwelt erkennt und bewertet.

Am Signalmanagement sind nicht nur die Überwachungsbehörden beteiligt, sondern auch die pharmazeutischen Unternehmen. Sie müssen einmal im Jahr eine Bewertung zur Nutzen-Risiko-Bilanz für ihre Tierarzneimittel einreichen. Aus den möglichen neuen Erkenntnissen werden gegebenenfalls Maßnahmen abgeleitet, wie zum Beispiel eine engmaschigere Überwachung des Präparates oder eine Änderung der Produktinformationstexte wie Fachinformationen und Packungsbeilagen.

Als zuständige Behörde für Tierarzneimittel führt das BVL regelmäßig zusätzlich zu Analysen auf europäischer Ebene auch eigene Analysen für die in Deutschland zugelassenen Präparate durch. Dafür kommt neben der Pharmakovigilanz-Datenbank der EMA eine nationale Datenbank zum Einsatz. Dort werden alle unerwünschten Ereignisse, die in Deutschland aufgetreten sind, gesammelt, geprüft, be- und ausgewertet.

Weiterführende Informationen

Auf seiner Internetseite stellt das BVL ein Onlineformular zur Verfügung, mit dessen Hilfe unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln gemeldet werden können.

https://www.vet-uaw.de

Den „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel 2025“ stellt das BVL auf seiner Internetseite zur Verfügung.

https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/05_Tierarzneimittel/uaw/UE2025.html

Allgemeine Informationen zum Themenfeld Pharmakovigilanz stellt das BVL ebenfalls auf seiner Internetseite bereit.

https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/05_Tierarzneimittel/01_Aufgaben/04_Ue…

Über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Das BVL ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt das BVL Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen Union.