Phthalate mit erhöhtem Blutdruck in der Schwangerschaft assoziiert31. August 2026 Symbolbild © New Africa/stock.adobe.com Laut einer im „Journal of the Endocrine Society“ veröffentlichten Studie können Phthalate, die unter anderem in Kunststoffen, Körperpflegeprodukten und zahlreichen weiteren Konsumgütern enthalten und hormonell wirksam sind, zu Bluthochdruck in der Schwangerschaft beitragen. Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen wie die Präeklampsie gehören zu den Hauptursachen für Müttersterblichkeit. Ein erhöhter Blutdruck während der Schwangerschaft wird zudem mit gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind in Verbindung gebracht. Während Faktoren wie die familiäre Vorbelastung und der Lebensstil das Risiko bekanntermaßen erhöhen, deuten zunehmende Belege darauf hin, dass auch die Belastung durch Phthalate zu erhöhtem Blutdruck in der Schwangerschaft beitragen kann. Die Chemikalien kommen häufig in Konsumprodukten vor und können in die körpereigene Hormonregulation eingreifen. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass höhere Konzentrationen von Phthalaten im Körper zu erhöhtem Blutdruck in der Schwangerschaft beitragen könnten“, berichtet Dr. Kimberly Parra von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston (USA). „Auch wenn unsere Studie nicht belegt, dass Phthalate direkt Bluthochdruck in der Schwangerschaft verursachen, deutet sie darauf hin, dass eine Verringerung der Belastung durch diese Stoffgruppe – etwa durch den Verzicht auf Körperpflegeprodukte mit diesen Inhaltsstoffen, insbesondere solche mit Duftstoffen – ein Ansatz sein könnte, um Bluthochdruck in der Schwangerschaft zu begegnen und die Gesundheit während der Schwangerschaft zu verbessern.“ Die Forschenden untersuchten die Phthalatbelastung und den Blutdruck von 338 Schwangeren, die an der „Environmental Reproductive and Glucose Outcomes“ (ERGO)-Studie teilnahmen, zu drei Zeitpunkten während der Schwangerschaft. Sie analysierten, ob höhere Konzentrationen dieser Chemikalien – sowohl einzeln als auch in Kombination – mit einem höheren Blutdruck oder einem erhöhten Risiko für schwangerschaftsbedingte Bluthochdruckerkrankungen zusammenhingen. Höhere systolische und diastolische Blutdruckwerte Die Autoren stellten fest, dass Schwangere mit höheren Urinkonzentrationen von Phthalaten, die mit Duftstoffen oder Körperpflegeprodukten assoziiert sind, höhere systolische und diastolische Blutdruckwerte aufwiesen – ein Anzeichen für ein erhöhtes Risiko für hypertensive Schwangerschaftserkrankungen. Etwa 13 Prozent der Studienteilnehmerinnen entwickelten eine schwangerschaftsbedingte Bluthochdruckerkrankung. Frauen mit höheren Werten bestimmter Phthalate, insbesondere solcher aus Körperpflegeprodukten, neigten dazu, im späteren Verlauf der Schwangerschaft einen höheren Blutdruck aufzuweisen. „Es bedarf weiterer Forschung, um diese Ergebnisse besser zu verstehen, insbesondere um zu klären, ob die Auswirkungen durch Veränderungen in östrogenabhängigen Signalwegen bedingt sind. Zudem sollten weitere Studien die mögliche Rolle anderer Phthalate sowie deren Ersatzstoffe untersuchen“, so Parra. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Geburt früh einleiten – oder besser abwarten? Schwangerschaft zeigt künftiges kardiometabolisches Risiko auf
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