Frauen mit Endometriose haben ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes

Symbolbild, KI-generiert mit Gemini.

Frauen mit Endometriose haben ein um 46 Prozent höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, als Frauen ohne diese Erkrankung. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie, die von Forschenden des George Mason College of Public Health und deren Kooperationspartnern geleitet wurde.

Die in der Fachzeitschrift „Diabetologia“ veröffentlichte Studie stützt sich auf Daten von fast drei Millionen Frauen aus einem Zeitraum von 25 Jahren und ist die bislang umfangreichste Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Endometriose und Typ-2-Diabetes. Geleitet wurde die Forschungsarbeit von Maggie Fuzak Nunziato, Doktorandin im Fach Epidemiologie an der George Mason University, gemeinsam mit Anna Pollack, Professorin für Global and Community Health.

Die Forschenden stellten fest, dass das Diabetes-Risiko je nach Endometriose-Form variierte. Dies deutet darauf hin, dass die Erkrankung weitreichendere langfristige gesundheitliche Auswirkungen haben könnte als bisher angenommen. Sie vermuten, dass die mit Endometriose einhergehenden chronischen Entzündungsprozesse eine Rolle für die Stoffwechselgesundheit spielen könnten, wenngleich weitere Forschung erforderlich ist, um diesen Zusammenhang genau zu verstehen.

„Frühere Studien betrachteten Endometriose meist als einheitliches Krankheitsbild und berichteten im Allgemeinen von keinem oder nur einem geringen Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes“, erklärt Erstautorin Nunziato. „Unsere Ergebnisse stützen die wachsende Erkenntnis, dass Endometriose Auswirkungen haben kann, die über die reine reproduktive Gesundheit hinausgehen.“

Stärkster Zusammenhang vor der Menopause und ohne Adipositas

Die Studie analysierte Gesundheitsdaten von fast drei Millionen Frauen aus der „Utah Population Database“ im Zeitraum von 1996 bis 2021, darunter knapp 100.000 Frauen mit einer Endometriose-Diagnose.

Im Vergleich zu Frauen ohne Endometriose war die Erkrankung mit einem um 46 Prozent höheren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Die Forschenden stellten außerdem fest, dass bestimmte Formen der Endometriose mit einem deutlich stärkeren Diabetes-Risiko einhergingen als andere. Der stärkste Zusammenhang zeigte sich bei Frauen mit extra-pelviner Endometriose, also bei Fällen, in denen die Erkrankung außerhalb des Beckenbereichs auftritt.

Bemerkenswert ist, dass der Zusammenhang bei Frauen vor der Menopause sowie bei Frauen ohne Adipositas am deutlichsten ausgeprägt war – also bei Gruppen, die klassischerweise nicht als Hochrisikogruppen für Typ-2-Diabetes gelten. Unabhängig waren die Zusammenhänge jedoch von einer Vorgeschichte mit Gestationsdiabetes.

Die Forschenden betonen, dass die Ergebnisse lediglich einen Zusammenhang aufzeigen, jedoch keinen Beweis dafür liefern, dass Endometriose Typ-2-Diabetes verursachen kann. Sie sagen, es sei weitere Forschung erforderlich, um die biologischen Mechanismen, die die beiden Erkrankungen miteinander verknüpfen, besser zu verstehen.

Sollten sich die Studienergebnisse durch weitere Forschung bestätigen, könnten sie medizinischem Fachpersonal helfen, jene Frauen mit Endometriose zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes aufweisen und von früheren Screening- oder Präventionsmaßnahmen profitieren könnten.

(lj/BIERMANN)

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