Neuer Bluttest für Endometriose basierend auf hormonellen Unterschieden14. Juli 2026 Symbolbild © James Thew/stock.adobe.com Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit Endometriose ein spezifisches Hormonmuster aufweisen, das mittels Bluttest nachgewiesen werden könnte – ein Ansatz, der die Diagnose dieser Erkrankung möglicherweise vereinfacht. Endometriose entsteht, wenn Zellen, die denen der Gebärmutterschleimhaut ähneln, an anderen Stellen im Körper auftreten. Diese Zellen können unter dem Einfluss von Hormonen wachsen und sich verändern, was zu Entzündungen, Schmerzen und der Bildung von Narbengewebe führt. Die Erkrankung wird durch die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron beeinflusst, die mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen. Die Rolle von Androgenen wie Testosteron wurde bislang nur wenig erforscht. 11-oxygenierte Androgene als potenzieller Biomarker Wissenschaftler der University of Edinburgh (Schottland) untersuchten die Hormonspiegel im Blut von 159 Frauen mit bestätigter Endometriose und 57 Frauen ohne diese Erkrankung. Ihr Fokus lag dabei auf Androgenen, einschließlich der sogenannten 11-oxygenierten Androgene – einer Hormongruppe, die in der Nebenniere gebildet wird. Die Forschenden stellten fest, dass Frauen mit Endometriose einen spezifischen „Hormon-Fingerabdruck“ aufwiesen, der unter anderem erhöhte Werte des 11-oxygenierten Androgens 11-Ketotestosteron umfasste. Anhand dieser einzigartigen Hormonsignatur ließ sich zwischen Frauen mit und ohne Endometriose unterscheiden; dabei wurden mehr als 95 Prozent der Endometriose-Patientinnen korrekt identifiziert. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „European Journal of Endocrinology“. Die Studie liefert wichtige neue Erkenntnisse über die Rolle von Androgenen bei der Entwicklung von Endometriose und könnte zudem Ansatzpunkte für künftige Therapien aufzeigen, so Experten. Der Studienleiter Dr. Douglas Gibson vom Centre for Reproductive Health der University of Edinburgh erklärt: „Bislang galt die Erkrankung als östrogenabhängig; unsere Forschung stellt diese Sichtweise infrage, indem sie auf unterschiedliche Androgenspiegel bei diesem Krankheitsbild hinweist. Wir sind zuversichtlich, dass diese neuen Erkenntnisse zu einer früheren Diagnose und zur Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden für Betroffene führen werden.“ In Zusammenarbeit mit Edinburgh Innovations, der Transferstelle der Universität, sucht das Team nun nach Industriepartnern, um auf der Grundlage dieser Ergebnisse einen diagnostischen Bluttest für Endometriose zu entwickeln. Die Relevanz der Endometriose-Forschung Emma Cox, Geschäftsführerin von Endometriosis UK, kommentiert: „Endometriose betrifft jede zehnte Frau bzw. Person, der bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde; dennoch wurde die Krankheit historisch gesehen unzureichend erforscht und finanziert. Betroffene müssen seit Jahren inakzeptabel lange auf eine Diagnose warten; im Vereinigten Königreich dauert es derzeit durchschnittlich mehr als neun Jahre, bis eine Diagnose gestellt wird. Ohne Diagnose ist kein Zugang zu Behandlungen möglich, und die Krankheit kann weiter fortschreiten. Ein zuverlässiger, nicht-operativer Diagnosetest wird dringend benötigt und ist längst überfällig; er könnte dazu beitragen, die Zeit bis zur Diagnose auf wenige Monate zu verkürzen. Diese ersten Ergebnisse sind vielversprechend, doch sind umfangreichere Studien erforderlich, um die Befunde zu bestätigen. Genau deshalb sind Investitionen in die Endometriose-Forschung so wichtig – und deshalb werden wir den Fortschritt dieser Forschungsarbeit mit großem Interesse verfolgen.“ (lj/BIERMANN) Das könnte Sie zum Thema Endometriose ebenfalls interessieren: Warum die Diagnose von Endometriose oft viele Jahre dauert Bei Babys von Müttern mit Endometriose ist das Risiko für angeborene Anomalien höher
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