Placebos bei Induktionsstudien: Erhöhtes Risiko für CED-Verschlechterung9. April 2025 © pressmaster – stock.adobe.com (Symbolbild) Placebokontrollierte Studien sind der Goldstandard für die Bewertung neuer Arzneimittel bei CED. Die Gabe eines Placebos kann jedoch mit Risiken für die Probanden verbunden sein. Nun prüfte ein Forscherteam, welche Schäden die Placebo-Verabreichung in Studien mit Biologika oder Small Molecules zur Induktion einer Remission bei CED assoziiert sind. Es zeigte sich, dass die Placebo-Einnahme bei CED-Patienten zu einer deutlichen Verschlechterung der CED-Erkrankung und vermehrten schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (UE) führen kann. Künftig sollten daher den Studienautoren zufolge alternative Studiendesigns zur Abmilderung dieser Schäden erwogen werden. Für ihre Metaanalyse wählten die Autoren randomisierte, placebokontrollierte Studien mit Biologika oder Small Molecules zur Induktion einer Remission bei erwachsenen CED-Patienten (≥18 Jahre) aus, die Daten zu UE über einen Behandlungszeitraum von ≥4 Wochen enthielten. Ausgewertet wurden alle behandlungsbedingten oder arzneimittelbedingten UE, Infektionen, Verschlechterung der CED sowie der Therapie-Abbruch aufgrund von UE, Infektionen, stärkerer CED-Erkrankung oder venösen thromboembolischen Ereignissen (VTE). In die Analyse gingen 47 Studien mit 20.987 CED-Patienten ein, von denen 68,0% einen Wirkstoff und 32,0% ein Placebo erhielten. Das Risiko eines behandlungsbedingten UE unterschied sich unter dem Wirkstoff nicht vs. Placebo (53,7 vs. 55,9%; Relatives Risiko [RR] 0,97; 95%-KI 0,94–1,00; I2=36%). Dagegen war das Risiko einer Verschlechterung der CED-Erkrankung (4,2 vs. 8,5%; RR 0,48; 95%-KI 0,40–0,59; I2=54%), eines Absetzens aufgrund eines UE (3,0 vs. 4,8%; RR 0,62; 95%-KI 0,48–0,79; I2=46%), eines schweren UE (4,8 vs. 7,2%; RR 0,69; 95%-KI 0,59–0,80; I2=30%), einer schwerwiegenden Infektion (1,0 vs. 1,4%; RR 0,67; 95%-KI 0,50–0,89; I2=0%), einer schwerwiegenden Verschlechterung der CED-Erkrankung (1,7 vs. 3,7%; RR 0,45; 95%-KI 0,34–0,60; I2=27%) oder eines VTE (0,2 vs. 0,4%; RR 0,45; 95%-KI 0,21–0,94; I2=0%) signifikant niedriger unter dem Wirkstoff als unter Placebo. Um schwerwiegende UE zu vermeiden, belief sich unter Wirkstofftherapie die Number-needed-to-Treat auf 23 bzgl. einer Verschlechterung der CED-Erkrankung und auf 452 bzgl. VTE. FazitBei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver CED, die Placebo erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit einer signifikanten Verschlechterung der CED-Aktivität und einiger schwerwiegender Nebenwirkungen höher. Patienten sollten über diese potenziellen Schäden aufgeklärt und alternative Studiendesigns zur Schadensminimierung in Betracht gezogen werden. (je) Autoren: Din S et al.Korrespondenz: Alexander C. Ford; [email protected]Studie: Harms with placebo in trials of biological therapies and small molecules as induction therapy in inflammatory bowel disease: a systematic review and meta-analysisQuelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2024;9(11):1020–1029.Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(24)00264-4
Mehr erfahren zu: "Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel?" Weiterlesen nach Anmeldung Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel? Für Hochrisikopatienten wird die konsequente Senkung des systolischen Blutdrucks auf Werte unter 120 mmHg empfohlen. Doch ist dieses Ziel realistisch umsetzbar?
Mehr erfahren zu: "Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko Eine kürzlich publizierte Kohortenstudie verdeutlicht, dass die Gene einen relevanten Beitrag zur Entwicklung eines Bluthochdrucks zwei bis sieben Jahre nach einer Schwangerschaft spielen – wenn auch einen deutlich geringeren als klinische […]
Mehr erfahren zu: "Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent" Weiterlesen nach Anmeldung Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent Der relative Nutzen einer Blutdrucksenkung im Hinblick auf die Senkung des kardiovaskulären Risikos ist bei Patienten mit und ohne chronische Nierenkrankheit (CKD) ähnlich – und zwar über das gesamte Spektrum […]